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Riechstoff: Licence to smell

24.10.2012 | 15:43 |  von Daniel Kalt (Die Presse - Schaufenster)

Für Spionagefeeling in der Parfumerie sorgen „007“, „Cartier Déclaration d’un Soir“ und „Tom Ford Noir“.

Nachdem (dankenswerterweise?) bis dato sämtliche Geruchs-TV-Experimente gescheitert sind, ist über die Duftspur des stilsichersten Geheimagenten der Welt wenig bekannt. Man möchte aber hoffen, dass sie wenig mit dem zum 50-Jahres-Kinojubiläum lancierten Parfumgag „007“ gemein hat: Diese ausdrucksschwache, maskulin-metallische, duschgelige Komposition wäre dem Spionageprofi aber immerhin dabei behilflich, olfaktorisch nicht aus der Masse herauszustechen und ausreichend „frisch“ durch das Gedränge im Karneval von Rio zu kommen.

Für seinen Auftritt im „Casino Royale“ sollte der Daniel-Craig-Bond indes zu „Tom Ford Noir“ greifen (passend: Tom Ford schneiderte die Anzüge für „Skyfall“): ein Duft, der zu Smokingjacken passt, zu Samtfliegen und juwelenbesetzten Manschettenknöpfen – üppig, reich an Inhaltsstoffen, schwer. Am Ende einer Nacht am Roulettetisch bleiben Patchouli, viel, viel Vanille und tabakiges Zibetsekret in Erinnerung, und Mister Bond ist ein klein wenig damenhaft geworden. Wie für den Ur-Bond auf seiner Jagd nach Dr. No gemacht ist aber „Déclaration d‘un Soir“ von Cartier. Die „Déclaration“ riecht holzig und tannig wie ein Pinienwald, in dem ein vom Meer hereinwehender, frischer Wind aufzieht, während der Connery-Bond durch den Halbschatten der Bäume zieht und Ursula Andress erblickt, die dem Ozean entsteigt. Wenn es, wie manche meinen, keinen bondigeren Bond als den Connery-007 gibt, ist „Déclaration d‘un Soir“ wohl der bondigste unter allen Herrendüften.

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