Riechstoff: Grasmahd und Laubkrone

23.11.2012 | 11:20 |  von Daniel Kalt (Die Presse - Schaufenster)

Während die Mode auf gehobene Floristik setzt, verbreiten Parfumkompositionen grüne Duftnoten.

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Wenn sich schon in kleidsamen Blumenbuketts gute Figur machen lässt, ist das Aufspüren von Duftnoten, die zu einem floristisch wertvollen Äußeren passen, geradezu ein Kinderspiel. Und damit sind gar nicht in erster Linie „Soliflores“ gemeint, also Parfums, die den Duft von nur einer Blume nachempfinden. Denn es gibt ja auch jene Kreationen, die, komplexer vielleicht und darum eine Idee weniger zugänglich, den Geruch von Laubkronen, Gartenanlagen und frisch gemähtem Rasen imitieren.

Letzteres bezweckt etwa eine Neulancierung des kleinen Hauses Honoré des Prés, „Nu Green“ (obendrein ein Produkt, das zur Gänze aus nachhaltigen Riechstoffen besteht): Hier entfaltet sich gleich der Geruch vom Astschnitt junger Zweige, auch eine Ahnung von frisch gemahlenen Haselnüssen. Grasiger und wegen einer metallischen Note nicht unherbstlich ist „Amazingreen“ von Comme des Garçons, wobei die von dem spanischen Puig-Konzern lizensierten Düfte dieses Modehauses ohnehin für ihren experimentellen Mut bekannt sind.

Parfum: Grüne Duftnoten

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Weniger verspielt ist „Fico di Amalfi“ von Acqua di Parma und befördert quasi in das Blattwerk des Feigenbaumes, gepaart mit einer süßlicheren Note, die etwas entgrünt ist und so den Kältegrad mindert.

Ebenfalls von einer Feigenblatt-Note getragen, doch vollmundiger, ja butteriger, ist der „Jardin en Méditerranée“: Es handelt sich um einen von vier Gärten, den Jean-Claude Ellena als olfaktorischer Landschaftsplaner für Hermès entwarf und der jedenfalls auch in den Herbst passt.

Nachwehen von spätsommerlichen Blumenwiesen machen sich in „Florabotanica“ von Balenciaga bemerkbar (der das floral-grüne Leitmotiv von „L’Essence de Balenciaga“ wiederaufnimmt). Zu den grünsten und grasigsten Düften, die im Handel erhältlich sind, zählt auch das bereits 1999 lancierte „Herba Fresca“ aus Guerlains „Aqua Allegoria“-Serie. Auch diese Komposition eröffnet mit Minze, flankiert von grünem Tee, Klee und Agrumen. Wer den noch fernen Frühling in den kommenden Monaten nicht mehr erwarten kann, kann sich so mit einem Hauch frischer Grasmahd trösten. Auf die Winterjacke bei aller Wieseneuphorie bitte trotzdem nicht vergessen. 

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