Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Riechstoff: Schmutzwäsche

26.11.2013 | 14:19 |  von Daniel Kalt (Die Presse - Schaufenster)

Dreckigen Geruch verspricht ein deutscher Nischenneuling. Nicht jedermanns Sache, aber auch nicht so streitbar, wie sich annehmen ließe.

 

Die Deutschen scheinen auf den Geruch gekommen zu sein. Wenigstens lässt das die relativ munter florierende (Nischen)Parfümerielandschaft unseres Nachbarlandes vermuten. Nicht nur die Berliner oder die Münchner können aber Düfte machen, sondern selbstverständlich auch die Hamburger. Zum Beispiel das Duftlabel PMP - Perfumes Mayr Plettenberg. Hinter dieser neuen Unternehmung stehen die Designerin Stefanie Mayr ("Elternhaus") und der Markenexperte Daniel Plettenberg ("Valor Research").

Die erste Lancierung von PMP ist das relativ knackig aufgemachte (wenn man schon einen Markenexperten an Bord hat...) "Dreckig bleiben", wobei der Name natürlich Programm sein soll - wenigstens für die ersten paar (bekanntermaßen die Verkaufsentscheidung steuernden) Sekunden. Die Initiatoren des vollmundig als "Kunstprojekt" beschriebenen Parfums (als Nase werkte der Brite Mark Buxton) wollten, so liest man in einer Presseaussendung, Bauwagenplatzbewohnerflair und Hamburger Punkszenen-Feeling in einen Flakon abfüllen (999 Stück gibt es davon). Das ergibt dann eine Mischung aus Lagerfeuer, Rauch, Holz, Schlamm, vielleicht auch ein oder zwei Schweißtropfen?

Nun, jedenfalls eröffnet das Parfum als eine relativ abstruse Mischkulanz (einen deutschen Kollegen ließen sowohl Konzept als auch Duft ziemlich in Harnisch geraten, er sprach von einem "Hipster im Schritt"-Geruch - nachzulesen hier) aus allerlei Welkem und Abgefackeltem und vielleicht sogar vage Käsigem (?), was bei der olfaktorischen Verkostung in einer miniatürlichen Parfümerie natürlich auch Umstehende in Mitleidenschaft zieht.

Diese anfängliche Bizarrerie ist aber überaus flüchtig, und wer nicht gleich zum nächsten Waschbecken läuft, um sich das Parfum abzuwaschen, und eben "dreckig bleibt", wird mit einer recht feinen, holzig-rauchigen Komposition für sein Durchhaltevermögen belohnt. Könnte alle Freunde von Margielas "Untitled" oder Comme des garçons "Man 2" erfreuen.

"Dreckig bleiben" gibt es in Wien bei Stattgarten, Kettenbrückengasse 14, 1040 Wien - 50 ml um 120 Euro

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest

Mehr zum Thema:

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode

>>>
Schwer lesbar? Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Lesen Sie mehr

  • Mit Kälte gegen Fettpölster

    Durch die Kryolipolyse können Körperregionen zielgenau und ohne Nebenwirkungen behandelt werden. Ganz ersetzen kann sie die Absaugung aber nicht.
  • Neue Adresse: Schönheit2go

    Eine zweite Ordination wurde nun in der Lugner City eröffnet.
  • Sonnenschutz: Cremige Bodyguards

    Die neuen Sonnenschutzmittel lassen sich von Schweiß und Sand nicht aufhalten. Und auch Flecken und klebrige Haut sind passé.