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Sonnenschutz: Cremige Bodyguards

07.06.2017 | 15:48 |  von Nicole Spilker (Die Presse - Schaufenster)

Die neuen Sonnenschutzmittel lassen sich von Schweiß und Sand nicht aufhalten. Und auch Flecken und klebrige Haut sind passé.

Bild: (c) imago/Mint Images  

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, erklärte Karl Lagerfeld 2012 in einer deutschen Talkshow. Nur zwei Jahre später schickte der Modezar seine Models bei der legendären Supermarkt-Schau für Chanel in zerschlissenen Jersey-Hosen über den Laufsteg. Weil: Was interessiert einen Lagerfeld sein Geschwätz von gestern? Schließlich ändern sich die Trends in der Modewelt spätestens seit Instagram ohnehin im Minutentakt. Außerdem wurde der neue Style im konkreten Fall so populär, dass sogar ein Wort dafür erfunden werden musste: Athleisure. Das setzt sich aus athletic und leisure (also dem englischen Wort für Freizeit) zusammen und beschreibt funktionale Sportkleidung, die auch getragen werden kann, wenn man gerade nicht schwitzt. Im Umkehrschluss bedeutet Athleisure aber auch, dass Menschen auch beim Joggen, Yoga und Boxen schön und gestylt aussehen möchten. Soll sein. Aber was passiert mit Make-up, wenn der Schweiß aus allen Poren rinnt? Und wie hält der Sonnenschutz, wenn die Haut vor lauter Tennis nicht mehr weiß, wo Vor- und Rückhand ist?

Erfrischend geschützt. Shiseido hat sich dieser Herausforderung gestellt und eine leicht deckende BB-Cream für Outdoor-Sportaktivitäten entwickelt, deren UV-Strahlenschutz sich praktischerweise verstärkt, je mehr man schwitzt. Die „Sports BB SPF 50+“ wurde zu diesem Zweck mit einem konturierenden Puder und negativ geladenen Ionen versetzt, die positiv geladen Ionen, wie sie in Mineralien von Wasser und Schweiß enthalten sind, anziehen. Dadurch wird eine wasserabweisende, sich der Haut anpassende Schutzschicht geschaffen. Ein Aminosäure-Komplex soll zudem die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und ihr dabei helfen, den durch Transpiration beeinträchtigten pH-Wert wieder zu optimieren.

Auch bei Kiehl’s geht es bei allem Sport immer auch um den guten Ton. Die zart getönte „Ultra Light Daily UV Defense Mineral Sunscreen SPF 50“-Lotion soll mit einem 100 Prozent mineralischen Filter selbst bei zu Akne neigender Haut täglich Breitbandschutz gewährleisten. Die für mineralische Produkte typischen weißen Rückstände auf der Haut sind dabei übrigens Schnee von gestern. „Bei der Entwicklung dieser neuen Formel haben wir sehr genau auf den mineralischen Filter geachtet und diesen so optimiert, dass er UV-Strahlen reflektiert und streut, aber den Bereich der sichtbaren Wellenlänge ausspart, um keine für das Auge erkennbaren weißen Spuren auf der Haut zu bilden“, erklärt Dr. Geoff Genesky, Head of Kiehl’s Skincare Laboratory. „Anschließend haben wir den UV-Schutz in diesem sichtbaren Wellenbereich durch mineralische Pigmente verstärkt und eine leichte, zu jedem Hautton passende Tönung hinzugefügt.“

Sportlicher Sommer: Aktiv-Sonnenpflege

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Ein perfekter Sparring-Partner für sonnige Tage sind auch die Produkte aus der „Sun Sport“-Serie von Lancaster. Deren Full Light Technologie soll zuverlässigen Schutz vor allen Arten des Lichts – also Infrarot-, UVA- und UVB-Strahlen – bieten, während sich die neue Formulierung dank unterschiedlicher Polymertypen „intelligent“ den Aktivitäten und der Umgebung anpasst. Wenn es besonders heiß hergeht, sorgt zudem ein Menthol-Derivat für einen kühlenden Effekt. Erfrischend wirkt auch der „UV-Bronze Mist“ mit LSF 50 von Filorga, der sich wie ein Thermalwasser-Spray unter, aber auch über dem Make-up anwenden lässt. Den Kern der Formel bilden Polysaccharide, die die Produktion von Hyaluronsäure anregen, und Biotin, das die Produktion von Fettsäuren zur Stärkung der Hautstruktur stimuliert. Vor allem für Wassersportler ist das „Wet Skin Gel“ von La Roche-Posay interessant. Die leichte Geltextur soll sich sowohl auf nasser und als auch trockener Haut gleichmäßig auftragen lassen und weder weiße Rückstände noch ein klebriges Gefühl hinterlassen. Vorteil: Auch wenn man sich nach dem Baden nicht abtrocknet, bleibt nach dem Cremen ein wasserabweisender, gleichmäßiger Film mit LSF 50+ auf der Haut.

Stichwort „weiße Rückstände“: Kollaborationen namhafter Designer mit Sportartikel-Herstellern sorgen ja verlässlich dafür, dass Athleisure-Bekleidung nicht nur funktional ist, sondern auch ihren Preis hat. Da trifft es sich natürlich weniger gut, dass organische Filter auf Textilien gerne mal ärgerliche gelbliche Flecken hinterlassen, die oft nach dem Waschen noch deutlicher sichtbar sind. Nivea Sun hat sich dieser Problematik angenommen. Nach sechsjähriger Forschungsarbeit wurde ein Kleidungsschutz entwickelt, der auf zwei Komponenten beruht. „Es ist perfekte Teamarbeit“, erklärt Dr. Dominik Göddertz, Labor Manager, Forschung & Entwicklung Nivea Sun: „Ein Wirkstoff bindet die Metall-Ionen im Wasser. Er wirkt wie ein Magnet und vermindert während des Waschens die Entstehung von gelben Flecken durch die Verbindung mit den spezifischen UV-Filtern. Die zweite Substanz wirkt wie eine alternative Andockstation für die spezifischen UV-Filter. So bleiben sie nicht an den Textilfasern haften und können leichter ausgespült werden.“

Sandabweisend. Die meisten Outdoorsportler (Beachvolleyballer ausgenommen) halten Sand für die größte Nervensäge des Sommers – zumindest in Verbindung mit Sonnencreme. Zu Recht: Das Sediment kann bis zu 70 Prozent des Sonnenschutzes von der Haut rubbeln. Vichy hat dafür das „Idéal Soleil Anti-Sand Sonnen-Fluid“ auf den Markt gebracht, das nicht nur gegen Sonnenbrand und Photoalterung schützt, sondern auch sandabweisend wirkt. Kein Kleben, kein Juckreiz, selbst für empfindliche Haut geeignet. Wie auch der „Sonnenschutzbalsam Mittel 20“ vom Frischekosmetikhersteller Ringana. Darin werden ausschließlich nanofreie, mineralische Sonnenschutzfilter verwendet sowie Mariendistel- und Karanjaöl, die den Sonnenschutz auf natürliche Weise unterstützen. Coenzym Q10 und Kurkumaextrakt sollen zudem die Zellen regenerieren. Dafür, dass der sehr reichhaltige Balsam auch nach dem Schwimmen noch auf der Haut haftet, sorgt ein Polymer aus Raps- und Tungbaumöl, der die aktiven Wirkstoffe auf der Haut fixiert. In diesem – und wohl auch in Karl Lagerfelds Sinn: raus aus der Trainingshose, rein in die Sonne!

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