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CreativeClass Magdeburg: das Holzmesser //SKID

18.01.2017 | 15:38 |  abu (Die Presse - Schaufenster)

Mooreiche, Robinie, Nussbaum: Holz ist die Hauptzutat für das Messer //SKID von Sven Regener. Und zwar zu 97 Prozent. Damit ist das Projekt des Designbüros Lignum ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit.

v.l.: Sven, Micha, James, Peter / Bild: (c) Sarah Kossmann 

Am Anfang war die Schere. „Eine hölzerne Schere, in der nur die Schneidflächen aus Metall bestehen und der gesamte Rest aus Holz beziehungsweise gepressten Holzspänen, die in jeder Schreinerei anfallen“, erzählt Sven Regener. Nicht Regener, der Schriftsteller und Musiker, sondern Regener, der Holzmessermacher. Sein Projekt //SKID, ein Kochmesser aus einem Stück Holz, durchläuft derzeit noch die Finanzierungsphase, hat aber bereits international für Aufmerksamkeit gesorgt.
Die Grundidee entstand im Studium in Magdeburg, in einem Kurs zu Sustainable Design. „Dort sollten aus den Werkstoffen bereits genutzter Produkte, deren Lebenszeit abgelaufen war, neue Produkte entstehen. Ich wandelte die Aufgabenstellung etwas ab und untersuchte die Werkstoffanordnung in bereits bestehenden Produkten“, sagt Regener. Er stammt aus einer Handwerksfamilie, nachwachsende Rohstoffe beschäftigen ihn schon lange. Zuerst entstand wie erwähnt die Schere, durch Regeners Affinität zum Kochen wurde daraus aber recht bald ein Kochmesser. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte sich der Designer mit der größten Tücke in der Entwicklung: der dauerhaften Verbindung von Stahl und Holz. Das Messer //SKID (die Firma nennt sich Lignum) wird zu hundert Prozent in Deutschland gefertigt, auch die CNC-Maschinen stammen aus deutscher Produktion, darauf ist Regener stolz.

Carbonstahl ist die eine essentielle Zutat (wenn auch nur drei Prozent des Gesamtvolumens!) –, Holz die andere. Auch Damaszenerstahl wäre prinzipiell möglich. Für die Auswahl des richtigen Holzes zog man unter anderem Holzwerkstoffspezialisten der Firma Klöpferholz zurate. „Es kommen nur bestimmte Laubhölzer in Frage. Wichtig hierbei sind die inneren Faserstrukturen, der Anteil an Tannin, also der eigenen Gerbsäure, die dem Holz zu seiner antibakteriellen Wirkung verhilft, und geringe Quell- und Schwindeigenschaften“, erklärt Sven Regener. Als geeignet erwies sich sowohl Mahagoni als auch Ebenholz, außerdem Robinie, Nussbaum und geräucherte Mooreiche. „Holzkorpus und Stahl bilden einen Formschluss und werden dann mittels eines Epoxidharzes dauerhaft miteinander verbunden.“ In einem Vakuumverfahren wird das Holz geölt, das Messer ist somit für den Gebrauch in der Küche gut gewappnet.

www.lignum.io

 

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