Mühsam! Im Rochus stellt sich bei mir eine Art Beißhemmung ein. Rein schreibtechnisch. Das Stamm-Rochus im Dritten liegt um die Ecke der „Presse“ und mangels Alternativen ist es für viele Kollegen und mich erste Anlaufstelle für Termine. Ich kenne dort niemanden persönlich. Und doch ist es wie ein zweites Wohnzimmer. Sogar an die Logik der Karte („box.frühstück.basis“, „rochus.speisen.immer“, „after.eight.cocktail“) hab ich mich aus Bequemlichkeit gewöhnt. Jetzt gibt es das Schwesternlokal Rochus 1090, wo einst das traditionsreiche Café Bauernfeld, dann das grauenhafte Centimeter stand. Das Grätzel dort boomt gerade mit kleinen feinen Lokalen. Nur für die Alsergrunder „generation.next“ ist der Fleck immer noch ähnlich öde wie die Landstraßer Hauptstraße. Vielleicht wirkt es deshalb wie ein Copy-Paste-Klon, aufgemotzt mit 2013er-Elementen: schicke Leuchten, langer Holztisch, Feuerstelle. Ein großer designtechnischer Sprung ist das neue Rochus aber trotz Architekteneinsatz nicht. Feig? Vielleicht. Doch in Zeiten wie diesen gehen Lokalbetreiber eben lieber auf Nummer sicher. Schließlich läuft „das.original.im.dritten“ seit mehr als sieben Jahren wie geschmiert. Und zwar rund um die Uhr.


















