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Die Testerinnen: Federico II

05.12.2013 | 12:51 |  von Petra Percher (Die Presse - Schaufenster)

Federico II: Kurzurlaub im Grätzel.

Bild: (c) Stanislav Jenis 

Vor einigen Tagen beim Stamm-Italiener Federico II schleicht sich Ivan, der Sohn des Hauses, mit der Speisekarte in der einen Hand und einem Restaurantführer in der anderen  an. Er schlägt den Guide  auf und fragt meinen Mann (!), ob er Ro Raftl sei und das geschrieben habe. Wie der Test denn ausgefallen sei, fragen wir. „Sehr gut“, meint Ivan. Wir klären ihn trotzdem auf, dass Ro Raftl eine Frau ist – eine, die nicht hier am Tisch sitzt. Zumindest über die am Tisch herrscht jetzt aber Klarheit. Im Grätzel-Ristorante geht es stets molto italiano zu. Karierte Tischtücher, Rai auf dem Flatscreen, Averna aufs Haus. Bei Stress kann es mit dem Essen schon einmal dauern, es kann laut sein und konfus. Wenn Zeit bleibt, erzählt Ivan händefuchtelnd von seiner Heimat Apulien. (c) Stanislav Jenis (c) Stanislav Jenis Von dort lässt die Familie auch einen Großteil der Produkte anliefern. Der Prosciutto aus Faeto, die hellen, großen Oliven aus Lucera, die Salsiccia oder die cremige Burrata bei den Antipasti. Dazu ein Korb voll Focaccia mit Meersalz und Rosmarin – frisch aus dem Feuer. Damit sind wir schon beim Hauptgang – Pizza! Pappa Esposto war bis vor Kurzem der Chef hinter dem mitten im Lokal platzierten Holzofen. Nun hat der Schwiegersohn die weiße Mütze übernommen – mit gleichem Ergebnis. Die Pizza dünn und knusprig, mit nicht zu viel und nicht zu wenig Belag – egal, bei welcher Sorte. Ich habe fast jede probiert. Mamma Esposto liefert apulische Pastavariationen. Einer ihrer Klassiker: Cavatelli alla barese – handgemachte, ohrförmige Nudeln, bissfest, klaro, mit Bohnen und Miesmuscheln. Das ist Kurzurlaub mit dem Gaumen. Oder die Spaghetti Carbonara, bei denen Ivan stets predigt, dass sie ohne Obers auskommen. Wie in Italien eben. Speck, Parmesan, Ei, Pfeffer, fertig. Geschmacklich fehlen diese Kalorien jedenfalls nicht. Neu im Programm: feines Saltimbocca und Rindsfilet auf dem Vulkanstein gegrillt. Zum Sattwerden sollte man zu den drei scharf angebratenen Stücken aber besser Gemüse bestellen. Sollte mich Ivan je auf diese Kolumne anreden, muss ich ihm noch sagen: Das Raucherzimmer nervt. Und „Schokonmandel kuche“ im Online-Menü – das geht besser ohne Übersetzungsmaschine. Vor allem, weil die Torta Caprese ja auch hausgemacht ist . . . 

Tipp
Federico II. Krieglergasse 14, 1030 Wien, Tel: +43/(0)1/710 40 86, Restaurant: Di–So, 11.30–14.30, 17.30–23.40 Uhr.

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3 Kommentare
Gast: testesser
08.06.2015 15:16
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Sehr schlechtes Service

Der bestellte Aperol Spritz kommt zartrosa und ziemlich wässrig auf den Tisch. Auf die Bitte, mit etwas zusätzlichem Aperol das Getränk zu verstärken, wird uns beschieden, dass dafür ein Aufschlag von zwei Euro fällig wird. Der Juniorpatron erklärt uns, dass es sich um einen österreichischen Spritz handelt. Für einen richtigen Aperol, hätten wir extra einen „italienischen“ Aperol Spritz bestellen müssen (der allerdings nicht auf der Karte steht), der wäre aber auch teurer.
Unsere Verwunderung, in einem italienischen Lokal ein typisch italienisches Getränk, speziell in der italienischen Herstellungsvariante ordern zu müssen, trifft auf kein Verständnis.
Vorsichtshalber verzichten wir, auf die Speisen zu warten, da wir bei der Bestellung nicht vorsorglich den Hausbrauch berücksichtigt hatten, speziell die italienische Kochvariante der italienischen Gerichte zu ordern.
Für die verdünnte, österreichische Spritzvariante kassiert der Wirt erbarmungslos 10,- €.
Über das trübe Wetter und den Ärger tröstet uns das benachbarte Gasthaus Wild hinweg.

JuliaSchuster
13.12.2013 15:07
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das Vapiano kann da grad auch mithalten

Hab mir gedacht, wie praktisch endlich ein Italiener in der Nähe. Allerdings war ich ziemlich enttäuscht. Das Essen ist ok, aber nicht besonders. Die Qualität der Pasta (selbstgemacht von Mama) kommt nicht mal an Barilla ran.

Ich hätt mir mehr erwartet. Nicht nur von einem hier empfohlenen Lokal sondern auch aufgrund der Preise. Bei jedem Take-Away bekommt man ähnliches um die Hälfte. Schade!

Gast: Schnitzi123
07.12.2013 00:27
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Fast hätte ich es gemocht ...

... aber nach 2 Versuchen die Präpotenz und Unfreundlichkeit des Personals zu ertragen, habe ich es dann doch bleiben lassen.

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