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Die Testerinnen: Kitch Grill & Bar by Juan Amador

24.03.2017 | 12:12 |  von Anna Burghardt (Die Presse - Schaufenster)

Juan Amador und der Innenstadt-Grill.

Bild: (c) Christine Pichler 

Es ist alles recht schnell gegangen. Das Art mit seinem Konzept des Speisen-Cocktails-Pairings, vor nicht einmal einem Jahr eröffnet, gibt es nicht mehr. Dafür ist im (bis auf die Kunst an den Wänden) unveränderten Lokal mit den russischgrünen Samtbänken Juan Amador eingezogen, besser gesagt, ein Team unter seiner Aufsicht. Küchenchef ist Oliver Drug, der schon in Amadors Wirtshaus & Greißlerei in Grinzing gearbeitet hat. Die Gerichte sind, so die Pressemitteilung, offenbar zum Teilen bestimmt und als Häppchen gedacht, was aus der Karte nicht unbedingt ersichtlich ist. Insofern bleibt die beachtliche Größe der Portionen so lange geheim, bis es zu spät ist und man überlegt, ob Stornieren in einem Lokal eigentlich ein Schwerverbrechen ist. Die Fischgerichte etwa gibt es auch in kleineren Portionen – anderswo eine Hauptspeise. Kurz: Man kennt sich nicht recht aus.

(c) Christine Pichler / Bild: (c) Christine Pichler 

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Noch keine große Hilfe ist da der Service, der zum Seesaibling, immerhin mit weißen Bohnen, Ingwerschaum und Kalbszungenwürfeln avisiert, fragt, welche Beilage es denn dazu sein dürfe. Ausufernd ist auch die Zahl der Gerichte: Nach den Kategorien „For your Fingers“, „Vorweg“, „Vegetarisch“, „Wildes Wasser“ oder „Löffelgerichte“ ist nämlich noch lange nicht Schluss – Herzstück der Küche ist der High-End-Grill, auf dem man Lammkrone (25 Euro), Kobe-Striploin (150 Euro) oder Hummer (85 Euro) gart. Durchwachsen ist noch die Küchenleistung. Den Shortribs täte eine andere Hitzebehandlung und eine weniger saure Glasur gut, so kommen hartfasrige Fleischstücke zu Tisch. Dicht und krustentierintensiv die Bouillabaisse, perfekt-subtil der Wildkräutersalat mit Arganöl und Salzmandeln, weniger gekonnt das Ratatouille als eine der möglichen Fleisch-Beilagen: eine befremdliche Mischung mit Fertigsugogeschmack. Gelbschwanzmakrele, zwecks besserem Verständnis auf der Karte Hiramasa Kingfish genannt, wird klein gewürfelt, mit Granny-Smith-Würfeln gemischt und unter fruchtigem Schaum versteckt. Auch Ora-King-Lachs (niedergegart ist das falsche Wort, im Gegenteil, bei niedriger Hitze sanft gargezogen) wird mit dem aufmüpfigen Aroma von Granny Smith kombiniert. Dabei hätte sich der Fisch doch nach der langen Anreise aus Neuseeland einen Soloauftritt vedient.

Info

Kitch Grill & Bar by Juan Amador, Falkestraße 5, 1010 Wien. Tel.: 0699/198 181 81, Di–Sa 18–24.

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    2 Kommentare
    Kitch 1.o Personal
    05.04.2017 21:41
    0 0

    Kitch bleibt Kitch

    Die mafiöse Bande an kitschigen Geldproleten, der dümmliche Strasssteinadel hat das Vorgängerprojekt bewusst in Konkurs geschickt. Das ehemalige Personal wartet bis heute auf offene Gehälter, Lieferanten wurden betrogen, während das nächste aufgeblasene Konzept mit ausgewechseltem Personal inszeniert wird. An Unmenschlichkeit sind die Betreiber nicht zu überbieten. Jeder der das nicht glaubt, kann nach einiger Recherche selbst überzeugen.

    Kitch 1.o Personal
    05.04.2017 21:43
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    Re: Kitch bleibt Kitch

    *Jeder, der das nicht glaubt, kann sich nach einiger Recherche selbst überzeugen.

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