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Testessen: El Gaucho am Rochusmarkt

17.11.2017 | 09:39 |  Anna Burghardt (Die Presse - Schaufenster)

Fleischfieber auf zwei Stockwerken und ein knackevoller Schauraum für Knoblauchzöpfe.

Bild: (c) Carolina Frank 

Die Dimensionen sind beachtlich, und man kann und soll sie schon von Weitem sehen. Die fünfte Filiale des El Gaucho liegt am Wiener Rochusmarkt, genauer gesagt in einer Ecke des neuen Einkaufszentrums Post am Rochus (Schenker Salvi Weber Architekten), und sie zeigt äußerst freizügig, was sie draufhat: Die riesigen Fenster vom Boden bis zur Decke erlauben Einblicke in zwei Stockwerke samt raumfüllendem Weinschrank, in denen sich schon ohne das für El Gaucho übliche dichte Menscheninventar ziemlich viel tut. Unter anderem wirkt das Lokal wie ein Schauraum für verschiedenste Lampenmodelle, zwischen denen ganze Schinken, Zwiebel- und Knoblauchzöpfe auf die Gäste he­runter­baumeln dürfen, warum auch immer. Im Erdgeschoß sitzt man in der Auslage und auf Barhockern, die Karte ist ein wenig kleiner, aber auch schon von der eher ausufernden Sorte. Im weitläufigen, lederstuhlmöblierten Obergeschoß sind vor allem die ungewohnten weiten Ausblicke auf den Rochusmarkt interessant. Bereits am frühen Abend präsentieren sich beide Bereiche knackevoll, bei der Reservierung arbeitet der per Headset kommunizierende Empfang mit Zeitfenstern (die dann doch nicht so streng exekutiert werden).

(c) Carolina Frank / Bild: (c) Carolina Frank 

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Bevor es in medias res, die beachtliche Fleischauswahl, geht, kann man sich mit Vorspeisen wie dem „Thunfisch aus der Dose“ die Zeit vertreiben: roher Thunfisch auf Avocadopüree, in einer flachen Konservendose angerichtet, von zähen Hummerchips begleitet (16 Euro). Beef Tatar, eine ziemlich große Portion, gibt es – und darauf hätte man hier wetten können – auch in der Version Surf & Turf mit einem ordentlichen Kaliber von Garnele (17 Euro). Irritierend im positiven Sinn ist die Papaya Chicken Soup mit Hühnerlolli dank ihres süß-bitter-salzigen Aromaspiels (8 Euro). Unter den „Specials“: Dinge wie Lammkoteletts, ein halber Hummer oder, als Rettung für wehrlos mitgeschleppte Vegetarier, Steinpilzravioli. Den Großteil der Steak-Karte, auch jenen mit den „Signature Cuts“ mit Trümmern über 400 Gramm, macht Fleisch aus Argentinien aus, nur ein kleiner Teil sieht Steaks von heimischem Rind vor. Gewünschter Gargrad: punktgenau erfüllt. Bei den Beilagen und Saucen empfiehlt sich der Verzicht auf das ominöse und völlig sinnbefreite Karfiol-Taboulé mit lila Currysauce – es stehen 16 andere zur Wahl. Richtig Klasse hat so mancher Kellner. Das Abwerbepotenzial ist hoch.

Info

El Gaucho Rochusmarkt, Erdbergstraße 4, 1030 Wien. Tel: +43/(0)1/381 000, Restaurant: Mo–Sa: 9–2, So: 12–23 Uhr.

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    3 Kommentare
    cmling
    17.11.2017 15:06
    0 0

    Naja

    Sauce Bernaise und Caeser Salad (sic).

    mschellhorn
    17.11.2017 13:55
    0 0

    Wie Tag und Nacht

    Sehr geehrte Frau Burghardt, folgend Ihrem Bericht des El Gaucho am Rochusmarkt sollte man ja meinen, dass dies momentan eines der besten Lokale der Stadt ist - leider muss ich Ihnen hier in vielen Punkten widersprechen. Mit einer Reservierung (12 Personen) und sehr hohen Erwartungen wurden wir bei unserem Besuch herbe enttäuscht. Eine Kellnerin, die mit ihrem Verantwortungsbereich, der leider auch unseren Tisch umfasste, mehr als überfordert war hinterließ einen sehr bitteren Nachgeschmack, der auch danach reichlich diskutiert wurde. 'Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unser geschultes Personal' trifft den Nagel auf den Punkt: Bestellungen werden nur ungern aufgenommen und pro-aktives Nachfragen ob die Gäste noch Durst verspüren wird als nicht mondän angesehen. Auch die Weinkarte wurde nur mit widerwilliger, augenverdrehender Miene ausgehändigt. Die Qualität der Zutaten steht außer Frage. Leider wurde uns jedoch aufgrund des (knappen) Zeitfensters eine Bestellung von Vor- und Nachspeisen verwehrt und somit kann hier auch kein/e Lob/Kritik abgegeben werden. Nur um es hier auch klar zu kommunizieren, das Zeitfenster umfasste mehr als 2 Stunden, von der Bestellung bis zum Service der Speisen vergingen jedoch gute 50! Minuten. Da war es dann keine Überraschung mehr, dass man nur 1 Gang bestellen durfte. Abwerbepotenzial - Fehlanzeige! Hochachtungsvoll, eine Gruppe von Gourmandisen (Info: komplette Bewertung auf TripAdvisor)

    cmling
    17.11.2017 15:08
    0 0

    Re: Wie Tag und Nacht

    Leckereien ärgern sich.

    Lesen Sie mehr