Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Testessen: Vienam

26.01.2018 | 09:39 |  von Anna Burghardt (Die Presse - Schaufenster)

Zweigleisig asiatisch mit Yummy-Faktor. Das Vienam in der Döblinger Hauptstraße setzt auf vietnamesische Küche und Kreativsushi.

Bild: (c) Carolina Frank 

Besser als ein Publikumsliebling: zwei Publikumslieblinge. Mit vietnamesischer Küche kann man in Wien schon seit Jahren nicht viel falsch machen. Ein Lokal kann deprimierend beleuchtet und enden wollend charmant eingerichtet sein – mit Leerstand hat man eher nicht zu kämpfen, solange man nur mit ordentlich Koriander, Reispapier, Fischsauce und Röstzwiebeln hantiert. Genauso verhält es sich bei Kreativmaki, der „Wir sind für alles offen“-Generation der Sushirollen, für die Kombinationen wie Philadelphia-Frischkäse mit koreanischem Bulgogi und Mango als Füllung völlig normal sind. Mit Japan hat das zwar naturgemäß nicht mehr viel zu tun, ein gewisser Yummy-Faktor kann solchen Rollen aber nicht abgesprochen werden.

Auf diese beiden Lieblinge, vietnamesische Küche und Kreativsushi, setzt das Vienam in der Döblinger Hauptstraße, an jener Ecke, an der zuvor das panasiatisch bekochte Lemongreen zu finden war. Das Instant-Interieur mit seinen braunen Kunstlederstühlen und kühlen Metallbeschlägen darf als zweckmäßig beschrieben werden, ein paar Fotos aus dem alten Saigon sollen offenbar für Flair sorgen. Das zweigleisige Küchenkonzept ist wenig verwunderlich: Vienam-Chef Duy Ky Vu, gebürtiger Vietnamese, war vormaliger Besitzer des Sosaku, jener Adresse im siebenten Wiener Bezirk, die für ihre überdrehten Maki gestürmt wird.

(c) Carolina Frank / Bild: (c) Carolina Frank 

+ Bild vergrößern

Auf der ausufernden Karte finden sich zig verschiedene Gerichte, unter denen man die gedämpften fleischgefüllten und mit viel Koriandergrün servierten Reisnudelrollen namens Bánh Cuôn Thit Văm Tôm (7,90 bzw. 13,90 Euro) ebenso wenig versäumen sollte wie das Rindfleisch im Pfefferblatt, Bò Lá Lôt, mit seiner nicht zu dechiffrierenden, betörend exotischen Würze (12,90 €). Sommerrollen (fünf verschiedene), Salate wie Enten- oder Papayasalat und natürlich eine Auswahl an Phô (8,90 bis 12,90 €) bietet man ebenfalls.

Vom Tintenfisch-Tempura riet der Chef persönlich ab (mittlerweile wurden die frittierten Ringe von der Karte genommen, die sich trotz vieler Fixstarter durchaus bewegt, was immer zu begrüßen ist). Umso vehementer empfahl er dafür die Ikigai-Maki mit Thunfisch, Garnelen, Avocado, Wasabi-Mascarpone und Tobiko, bei denen sich die Ansammlung von fettem Schmelz aromatisch bezahlt macht. Und er zeigt auf seinem Handy stolz Fotos von tischfüllenden bunten Maki-Partyplatten. Von seinen zwei verschiedenen Standbeinen wird sich das Vienam wohl nicht so schnell wegbewegen.

Info

Vienam, Döblinger Hauptstraße 52, 1190 Wien, Tel: +43/(0)1/399 47 49, Di–So: 11–15, 18–23 Uhr.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Meistgelesen
    Als Gast kommentieren

    ...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

    *... Pflichtfelder

    Sicherheitscode

    >>>
    Schwer lesbar? Neuen Code generieren

    Verbleibende Zeichen

    Lesen Sie mehr