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Sushi: Parasitenbefall nimmt zu

15.05.2017 | 16:36 |   (DiePresse.com)

Parasitenfälle nehmen in Europa zu. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen Sushi-Konsum und der Erkrankung.

Die Beliebtheit von Sushi und die Zunahme von parasitären Befällen hingen zusammen, meinen Experten. / Bild: (c) imago/blickwinkel (imago stock&people) 

Ein Krankheitsfall in Portugal führte dazu, dass Experten ihre Warnungen rohem Fisch gegenüber aussprachen: Die britische BBC veröffentlichte einen Fallbericht des British Medical Journals, in dem Mediziner über den Fall eines 32-jährigen Mannes berichten, der zum Träger des Fadenwurmes Anisakis simplex geworden war - durch den Verzehr von Sushi.

Der Mann habe eine Woche lang an Fieber, Bauchschmerzen und Übelkeit gelitten, zudem habe er sich übergeben müssen, heißt es in dem britischen Bericht. Bei einem Bluttest wurden schließlich leicht erhöhte Entzündugswerte bei dem Patienten festgestellt, der Bereich unterhalb seiner Rippen war beim Abtasten zudem weicher als gewöhnlich.

Auf die Spur des Parasiten kamen die Ärzte allerdings erst, als der Mann angab, vor Kurzem Sushi gegessen zu haben: Befälle mit Anisakis simplex sind vor allem aus Japan bekannt, dem Ursprungsland des rohen Fischgerichts.

BMJ Case Reports / Bild: BMJ Case Reports 

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Per Endoskopie und mit einer Art Fangnetz konnte der Patient von dem Wurm befreit werden, der sich in seiner Schleimhaut eingenistet hatte.

Larven im Fisch

Die Larven des Fadenwurmes werden durch die Nahrungskette im Meer immer weitergegeben. So enden sie schließlich im Fisch - der dann von Menschen verzehrt wird.

Die Experten der Fallstudie im British Medical Journal geben an, dass frischer roher Fisch direkt nach dem Ausnehmen zur Vorbeugung eingefroren werden könne - für mindesten vier Tage. Daraufhin würden die Larven absterben. Auf Nummer sicher kann man gehen, wenn man ganz auf rohen Fisch verzichtet.

Der Parasitenbefall mit Anisakis simplex kommt in Japan viel häufiger vor - dass die Anzahl der Fälle in Europa mittlerweile ebenfalls ansteigt, führen die Experten auf die Beliebtheit von Sushi zurück.

Heimischer Fisch, schreibt der ORF in einem Bericht, sei von Parasiten nicht betroffen. Die Kontrollen seien sehr streng. Allerdings kommt jener Fisch, der in Österreich in den Supermarktregalen und auf dem Sushireis landet, vor allem aus dem Ausland. Auch atlantischer Lachs könne mit der Parasitenart befallen sein, schreibt die BBC.

Video3 (44eee29) 

 Video2 (ec374e46)

>> zum Case Report des British Medical Journal

(Red.)

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