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Schillinger schließt sein Gasthaus in Großmugl

13.06.2017 | 12:25 |   (DiePresse.com)

Kein Personal, keine Küche. Der vegane Gastronom Karl Schillinger konzentriert sich auf seine Swing-Kitchen-Filialen in Wien. Für den Landbetrieb fehlen ihm Mitarbeiter.

Burger setzen sich durch, Schillingers Landgasthaus wird geschlossen. / Bild: Swing Kitchen 

40 Minuten von Wien entfernt gab es bisher ein pflanzliches Schnitzel, über das international berichtet wurde. Das Schnitzel ist jetzt mitsamt der Servicemitarbeiter Geschichte. Karl "Charly" Schillinger hat sein veganes Gasthaus in Großmugl geschlossen. Durch die vier Filialen seines ebenso veganen Burgerlokals Swing Kitchen musste der Lebensmittelpunkt nach Wien rücken, schreibt er in einem Facebook-Post. Für das Mutterschiff im Bezirk Korneuburg fand er kein geeignetes Personal.

"Durch die Expansion von der Swing Kitchen in Wien und Berlin, war uns das Führen des Gasthauses einfach nicht mehr möglich. Meine Frau und ich mussten uns entscheiden. Wir kochen in Großmugl täglich frisch, aber die Qualität hätten wir ohne Aufstocken des Personals nicht halten können", erklärt er in einem "Kurier"-Interview. Zwei Köche und einen Geschäftsleiter hätte das Ehepaar gesucht: "Wir bezahlen weit über dem Kollektivvertrag, dennoch will am Wochenende und am Abend niemand am Land arbeiten."



Den ethischen Standpunkt vertieft Schillinger in einem Gespräch mit den "Niederösterreichischen Nachrichten": Die Burgerlokale hätten auch deshalb oberste Priorität, weil sie hier "mit vier Filialen pro Monat rund 110 Rinder, 15 Schweine und 600 Hühner" retten würden. "Und mit jeder weiteren Filiale vergrößert sich diese Zahl." Noch heuer sollen drei weitere Swing-Kitchen-Filialen eröffnen, eines in Graz und zwei in Berlin.

Trotzdem müssen die Großmugler nach 200 Jahren mit nur einem Wirtshaus auskommen, beteuert Bürgermeister Karl Lehner in den "Niederösterreichischen Nachrichten": "Für unsere Gemeinde ist das ein großer Verlust." Vor allem für die Dorfjugend sei es ein beliebter Treffpunkt gewesen. "Ich muss Schillingers Entscheidung natürlich respektieren und kann nur hoffen, dass es vielleicht einen Nachfolgebetreiber geben wird. Jetzt bleiben nur noch der Riefenthaler und die Bäckerei Mayer."

(sh. )

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