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Mraz & Sohn, Konstantin Filippou

01.07.2017 | 18:19 |  von Hans Brenner (Die Presse)

Zwei begabte Köche scheinen ihre Idealform gefunden zu haben.

Markus Mraz und Konstantin Filippou / Bild: Julia Stix 

Die Zeugnisverteilung an Gastronomen überlasse ich wie immer gerne den einschlägigen Guides und Kollegen. Aber zwei Gastronomen darf ich vor den Vorhang bitten, die Applaus wahrlich verdienen: Markus Mraz und Konstantin Filippou. Beide haben in puncto Stil, Lebenslauf und Auftreten wenig bis nichts gemeinsam, abgesehen davon, dass sie enormes Talent haben und als Unternehmer mehr Risiko schultern als manch andere. Und beide kennen die Schikanen, die man als Gastronom überstehen muss: Mraz darf gerade seinen Schanigarten abends nicht verwenden, weil ein neuer Nachbar plötzlich Ruhestörung konstatiert, die früher kein Thema war. Filippou durfte kennenlernen, dass die Genehmigung eines speziellen Herdes komplizierter ist als die Zubereitung jedes Gerichts.

Und dann gibt es da noch eine Parallele, die mich sehr froh und glücklich stimmt. Nach einer Phase wichtiger und wohl notwendiger Entdeckungsreisen in Küche und auf den Tellern haben sie nun eine reduzierte und klare Sprache gefunden. (Okay, das ist jetzt ein bisschen viel Küchenlatein.) Mraz und seine Familie gingen es mitunter sehr verspielt an. Nun setzt er hart und klar auf zwei Aromen am Teller, kombiniert die mit einer schönen Leichtigkeit und schafft ein klares Geschmackserlebnis. Das gelingt ihm besonders gut bei Stör und Bachsaibling, die er mit ein wenig Gemüse schmecken lässt. Unter dem prosaischen Titel „Who killed Bambi“ wird das Hauptgericht, ein perfekt gegartes rosa Rehfilet, serviert, denn Mraz und seinen Söhnen macht die Kulinarik einfach Spaß. Das wird bei diesem sorgsam neu gestarteten Restaurant sofort klar.

Konstantin Filippou hat in den vergangenen Jahren an der Inneneinrichtung seiner vielfach ausgezeichneten Restaurants viel getan. Seine Biowein-Bude nebenan brummt ohnehin wie selten zuvor. Konstantin Filippou – unter Gastrokritikern schlicht „der Grieche“ genannt – schießt einen großartigen Gang nach dem anderen aus der Küche: Da folgt auf Kalbszunge ein zarter Rehrücken mit Hagebuttennote und Erdbeeren mit Wildreis und Salzmandeln schließen Magen und diese Lobpreisung.


Mraz & Sohn, Wallensteinstraße 59 / Konstantin Filippou, Dominikanerbastei 17

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2017)

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