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CreativeClass Berlin: Nobi Talai

29.06.2016 | 17:01 |   (Die Presse - Schaufenster)

Die junge Berliner Designerin Nobieh Talaei zählt zu den Hoffnungsträgern der deutschen Mode. Ihre bisherigen Karrierestationen sind von Vielfalt gezeichnet.

Präsentation der HW16-Kollektion in Berlin. /  

An die Damenmode hat sich Nobieh Talaei über den Umweg einiger Karrierestationen angeschlichen: 2003 schloss die 1978 in Teheran geborene Berlinerin die Esmod-Modeschule mit einer Herrenkollektion ab. Es folgten Jobs in der Textilbranche, allerdings nicht in Kreativabteilungen, dann das Entwerfen von Inneneinrichtungen. 2015 gründete sie ihr Label Nobi Talai, zeigte bei der Berlin Fashion Week eine viel beachtete Womenswear-Kollektion. Im Herbst folgte die Würdigung durch den neu gegründeten Fashion Council Germany, der sie in die erste Runde des Mentorenprogramms aufnahm. Ihre Sommerkollektion 2017 präsentiert Talaei nun auch in Berlin - ohne Show jedoch, und in noch nicht vollendeter Form. Die ganze Kollektion soll es erst bei Modemessen in München und Paris zu sehen geben.

Sie gelten als Nachwuchshoffnung der Berliner Szene: Wieviel Erfolg lässt sich von Berlin aus erreichen?

Die positive Wahrnehmung meiner Arbeit freut mich sehr. Sich diesen Zuspruch bewusst zu machen, ist wichtig und gleichermaßend motivierend für die Herausforderungen, die der Aufbau eines Unternehmens mit sich bringt. Dafür ist Berlin als junge, spannende und kreative Stadt ein ausgezeichneter Standort.

Sonja Stadelmaier / Bild: Sonja Stadelmaier 

Wie würden Sie ihren Zugang grundsätzlich beschreiben?

Nach meinem Studium an der Esmod-Berlin wollte ich zunächst Erfahrungen in der Modeindustrie sammeln. Nach einigen Jahren praktischer Arbeit habe ich mich anschließend dafür entschieden, meinen eigenen Weg als Designerin - somit auch als Unternehmerin - zu gehen. Für mich ist das Wichtigste beim Entwerfen meiner Kleidungsstücke, dass sie für sich sprechen und eine Geschichte erzählen.

Sie waren unter den ersten Mentees des Fashion Council Germany. Fühlen Sie sich bereit für den nächsten großen Karriereschritt?

Gerade in meinen Anfängen als eine der ersten Mentees des FCG aufgenommen zu werden, war zugleich Ehre und Motivation. Der Kontakt zum Mentorenkreis war und ist in jeder Hinsicht äußerst hilfreich. Unabhängig von der Tatsache, dass für uns jede neue Kollektion eine große Herausforderung darstellt, ist es ein großer Schritt für mich, auch die nächste Kollektion in Paris zeigen zu dürfen.

 

  

Ihre Familie ist persischer Herkunft, ist dies von Bedeutung für Ihre Arbeit?

Mein Ursprung und die persische Kultur beeinflussen mich sehr. Nicht nur die antiken Werke der Nomaden in ihrer Sachlichkeit, sondern gleichermaßen die europäische und amerikanische Kunst sowie das Design der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Inspirationsquellen für mich.

Wie würden Sie die Stimmung in der Berliner Modeszene beschreiben: Gibt es Zusammenhalt unter den Designern? Ist man dem Standort positiv gestimmt?

In den vergangenen zwei Saisonen habe ich einige Kollegen kennengelernt und wir pflegen den Kontakt miteinander. Fokussiert arbeiten wir an unseren Kollektionen und konzentrieren uns auf unsere tägliche Arbeit. Berlin als Modestadt erfährt zunehmend die verdiente Aufmerksamkeit.

  

Wenn Sie nicht in Deutschland arbeiten würden, wo würde es Sie hinziehen?

Paris ist die Hauptstadt der Mode - also ist es für jeden Designer erstrebenswert, dort seine Kollektionen zu zeigen. Dennoch ist Berlin meine Heimat, ich lebe hier, und ich arbeite auch ausgesprochen gern hier.

www.nobitalai.com, Kollektion derzeit erhältlich über www.stylebop.com

 

 

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(dk)

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