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CreativeClass Wien: Vivien Sakura Brandl

21.07.2016 | 15:37 |   (Die Presse - Schaufenster)

Mit ihrer Sightline-Kollektion erfüllt sich Shopbetreiberin Vivien Sakura Brandl den Wunsch, selbst Mode zu entwerfen. Dafür brauchte es, meint Brandl, auch eine Portion Mut.

 

Nach neun Jahren im Mode-Business, in das Vivien Sakura Brandl als Quereinsteigerin mit ihrem Shop Sight in der Wiener Kirchengasse aus einer anderen Branche wechselte, erfüllt sich der Fashion-Profi mit der eigenen Kollektion namens Sightline einen lang gehegten Wunsch. Die ersten beiden Saisonen sind erfolgreich abgeschlossen, die kommende wird wieder im Showroom der Austrian Fashion Association in Paris präsentiert.

 

Du bist als Quereinsteigerin zur Mode gekommen, zunächst als Shopbetreiberin, jetzt als Designerin. Wie lange hat es gebraucht, bis du dich in diesem schwierigen Umfeld behaupten konntest?

Das SIGHT habe ich 2007 eröffnet, zunächst mit Designern und Designerinnen aus Berlin und Wien, aber nachdem ich jede Saison verschiedene Fashion Weeks in Paris, Berlin, Kopenhagen und Tokio besucht hatte, hat sich das Spektrum erweitert und das Sortiment ist internationaler geworden. Mittlerweile sind wir im Monocle-Reiseführer und jetzt auch in der neuesten Ausgabe des Wallpaper*-Wien-Reiseführer.
Nachdem das SIGHT sich ganz gut etabliert hatte, wurde es Zeit für die nächste Herausforderung. Der Wunsch, etwas Eigenes zu kreieren, war immer da, und dann plötzlich auch der Mut es auszuprobieren.
Ich sehe mich nicht wirklich als DIE Unternehmerin. Zahlen sind wichtig, aber wichtiger ist mir die Freude an der Sache…und Wien ist manchmal ganz praktisch - nicht zu groß, sehr familiär und trotzdem kulturell spannend!

Mario Kiesenhofer / Bild: Mario Kiesenhofer 

Hast du lange gezögert, auch eine eigene Kollektion zu lancieren?

Wie gesagt, der Wunsch war schon lange da, aber es braucht dazu immer diesen ersten, schwierigen Schritt. 2014 war es dann soweit - und ich habe die erste Kollektion "Nine to Five" herausgebracht. Präsentiert haben wir sie im Rahmen der Tokyo Fashion Week beim unserem Projekt ‚AD’DRESSING Dialoges in Fashion and Architecture‘ (hier der Bericht im Schaufenster).
Gleich darauf habe ich eine Order von einem japanischen Concept-Store erhalten. Das gibt natürlich enormen Antrieb weiterzumachen. So kam es zur Sommerkollektion 2016 ‚Destination‘, die zur Zeit in zwei Läden in Tokyo hängt bzw. schon ausverkauft ist.

Hat deine Erfahrung als Retailerin Dich mit wertvollem Wissen versorgt? 

Es hilft sicherlich, die Modewelt von der Shop-Seite zu kennen. Somit habe ich den Research-Teil abgedeckt: Welche Messen gibt es, welche Arten der Präsentation gibt es, auf was schauen die Buyer… Was ich aber als Designerin gelernt habe, ist, dass man sich nicht dem Markt anpassen kann und will. Auch wenn ich weiß, dass etwas so oder so gemacht gehört, ist es oft schwierig, sich dem als Designerin zu unterwerfen, vielleicht sogar absichtlich, genau in dem Wissen, es anders als gewohnt zu tun… Ich denke, das ist Teil der Freiheit, die man sich als Designerin auch nehmen kann und muss.

Mario Kiesenhofer / Bild: Mario Kiesenhofer 
 

Du zeigtest die Kollektion zuletzt in Paris, setzt also auch auf internationale Vertriebskanäle - welche Märkte sind aktuell besonders wichtig für dich? 

Im Herbst geht es wieder los. Diesmal gehen wir zuerst mit der Unterstützung der Austrian Fashion Association (AFA) nach New York, wo wir bei der Capsule Show zeigen, dann geht es weiter nach Paris in den AFA Showroom. Danach fährt die Kollektion nach Tokio für zwei Wochen zu meinem Agenten in den Showroom.
Es ist super aufregend und spannend, wie die nächste Frühjahrskollektion aufgenommen wird. Japan ist sicherlich ein interessanter Markt für mich, da mein Design sicherlich einige japanische Referenzen aufweist.
Aber es haben auch schon ein Concept-Store aus Dubai , einer aus Zürich und die ELLE China ihr Interesse gezeigt.

Verstehen die Japaner deine Kollektion besonders gut, oder hast du besonderes Augenmerk auf den japanischen Markt gelegt?

Nachdem ich mit zwei Kollektionen in drei Concept-Stores in Tokio hänge, ist Japan sicherlich ein interessanter Markt für SIGHTLINE. Ich persönlich muss ja auch (aus einem inneren Drang - vor allem wegen dem Essen) einmal im Jahr nach Tokio, da trifft es sich gut, wenn man gleich die Kollektion auch zeigen kann. Sicherlich hilft es auch, dass ich Japanisch spreche, somit ist die Kommunikation machmal Vorort leichter. Gleichzeitig will ich mich nicht auf den japanischen Markt beschränken. Daher auch die Entscheidung in New York zu zeigen.

Weitere Infos auf www.sightline.at

(dk)

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