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CreativeClass Wien: Hannah Gutkauf und Amanda Karijord

14.09.2016 | 15:43 |   (Die Presse - Schaufenster)

Hannah Gutkauf und Amanda Karijord machen mit ihrem Modekunstlabel WEARETHEFACES tragbare Artist's Editions.

 

Erstmals präsentierten Hannah Gutkauf und Amanda Karijord, ein österreichisch-norwegisches Gespann, ihr Konzept für ein auf tragbaren Künstlereditionen beruhendes Modelabel mit einer Installation bei der ersten Ausgabe des TAKE Festivals im Frühling. Es folgte eine Ausstellung in den Räumlichkeiten der Austrian Fashion Association. Nun erklären die beiden in einem CreativeClass-Interview, was es mit ihrer Idee auf sich hat.

Warum nennt ihr euer Label "We are the faces"? Um welche Gesichter geht es da?
Wir kommen beide aus der Modebranche und haben uns darüber unterhalten, wie versteift und grundlegend falsch sich diese Welt manchmal anfühlt. Beim nächsten Treffen haben wir Instagram-Profile von Künstlern ausgetauscht, die uns inspirieren. Da entstand eigentlich schon die Idee, aus unserer Faszination für Diversität und Kreativität eine neue Art von Designagentur entstehen zu lassen. Die sich den Freiraum zuspricht, sich über die Kreativität der Leute zu definieren, mit denen Projekte und Kleidungsstücke entstehen. In diesem Sinne sind die Künstler die „Gesichter“ unseres Projekts, und WEARETHEFACES ist die Plattform, mit der wir die Grenze zwischen Kunst und Mode mit jedem Künstler individuell ausloten wollen.

Zinna Mac-Eochaidh WEARETHEFACES und Anny WangWEARETHEFACES und Anny Wang / Bild: Zinna Mac-Eochaidh 

Wie ist das Konzept zu eurem Label: Jede Kollektion funktioniert wie eine Kleinserie / limited edition?
Ja und nein. Das Konzept ist es, im Zuge jeder Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Künstler herauszufinden, wie ihre oder seine Kunst auf Stoff interpretiert werden kann und auch wie und in welcher Form die Kollektion verkauft werden soll. Die erste Runde wurde ausschließlich auf Bestellung produziert, und jedes Kleidungsstück ist mit dem Namen des Künstlern sowie  mit unserem Firmenmanen gezeichnet. Für uns ist jedoch wichtig, dass jede Minikollektion neue Regeln haben darf, auch was die Auflage betrifft, um den kreativen Prozess mit dem Künstler nicht einschränken zu müssen. So soll eine neue Form von Kunst-Galerie entstehen, die ausreichend Freiraum für unkonventionelle Geschichten und Kreativität, weitab vom Mainstream, ermöglicht.

Wie oft wollt Ihr neue "Rounds" vorstellen?
Die einfache Antwort ist: Sooft wir etwas zu präsentieren haben. Natürlich arbeiten wir mittlerweile an mehreren Projekten gleichzeitig, um sicher zu gehen, dass wir unseren Fans und Kunden einen stetigen Fluss an neuen Kollektionen vorstellen können. Aber wir sind davon überzeugt, dass es wichtiger ist, etwas Einzigartiges vorstellen zu können als dem typischen „Fashion-Week“ Kalender zu folgen. 

Zinna Mac-Eochaidh WEARETHEFACES und Felix PfäffliWEARETHEFACES und Felix Pfäffli / Bild: Zinna Mac-Eochaidh 

Wird es auch eine permanente eigene Kollektion geben?
Momentan wollen wir uns darauf spezialisieren, mit anderen kreativen Köpfen zusammenzuarbeiten. Vielleicht ist eine „no face collection“ aber ein natürlicher Schritt in der Zukunft.

Wo/wie findet Ihr die Künstler und Kreativen, die Ihr zur Zusammenarbeit einladet.
Wir waren schon lange Fans von Tim Lahan, Anny Wang und Felix Pfäffli, bevor wir WEARETHEFACES gegründet haben und haben die drei Künstler angeschrieben und gefragt, ob sie Interesse an einem Projekt wie unserem hätten. Mit der überwältigenden positiven Reaktion hätten wir gar nicht gerechnet, vor allem wenn man in Betracht zieht, wie viele großartige Ausstellungen und Arbeiten diese Künstler schon vorzuweisen hatten. Alle drei haben sofort ja gesagt. Wir sind aber natürlich ständig auf der Suche nach neuen Kreativen - und haben eine Liste von Kandidaten, die wir auf Instagram, Blogs, über Freunde oder Galerien gefunden haben. 

Zinna Mac-Eochaidh WEARETHEFACES mit Tim LahanWEARETHEFACES mit Tim Lahan / Bild: Zinna Mac-Eochaidh 

Ad Produktion und Vertrieb: Ist die Stückzahl auch limitiert? Spiegelt sich der künstlerische Anspruch in der Bepreisung?
Alle Stückzahlen sind limitiert, aber wie einer Galerie gibt es verschiedene Optionen für Preis und Auflage. Ob ein Stück mit limitier Auflage, signiert oder ein handbemaltes Einzelstück: Jeder Künstler darf mitentscheiden.  

Werdet Ihr auch internationale Modewochen beehren, oder spielt Ihr das Konzept vorerst über eine B2C-Ebene aus?

Ja, jedoch nicht mit einer traditionellen Catwalkshow. Da wir uns in der Kunstschublade so wohlfühlen wie in der Modewelt, werden wir auch bei Kunstevents und Festivals präsent sein. Alle Teile können online auf unserer Website, www.wearethefaces.com, bestellt werden.

(dk)

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