Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Petit journal, grande surprise: Ghesquière bald als Modemarke?

06.06.2016 | 11:34 |  Daniel Kalt (Die Presse - Schaufenster)

Bei einem kurzen Auftritt im "Petit Journal" auf Canal + verriet Vuitton-Designer Nicolas Ghesquière, dass er bald auch unter eigenem Namen Mode machen könnte.

Bild: Screenshot/Fotomontage 

"Werden Sie eines Tages Ihre eigene Modemarke unter eigenem Namen lancieren?"
"Ja, das ist mein großer Wunsch, auf jeden Fall."
"Wann?"
"Ja, das ist mein großer Wunsch, auf jeden Fall." (lacht)

So ist das also in Frankreich, auch in humoristischen News-Formaten im Fernsehen wie dem großartigen "Petit Journal" des noch großartigeren Yann Barthès auf Canal Plus kommen Fashionistas mitunter auf ihre Kosten.

Vor wenigen Tagen war Barthès' Studiogast der Louis-Vuitton-Designer Nicolas Ghesquière, und eine der Fragen des Moderators zielte auf die Möglichkeit einer eigenständigen Labelgründung des Designers ab, der durch seine Tätigkeit für Balenciaga (1997 - 2012) zum Shootingstar der französischen Mode und später einem der wenigen verbleibenden "großen" Designer der Branche avancierte. Seit 2013 entwirft er das Prêt-à-Porter für Louis Vuitton.

Ghesquière hat seinen Wunsch, eines Tages ein Label, das seinen eigenen Namen trägt, zu lancieren, bereits in der Vergangenheit ausgesprochen. Nach einer erfolgreichen Phase des Einarbeitens bei Louis Vuitton könnte dieser Schritt nun aber deutlich näher gerückt sein. Zwar ziert sich Ghesquière in der Sendung (hier der Clip), einen konkreten Zeitplan bekannt zu geben, es könnte sich aber um ein durchaus konkretes Projekt handeln.

Ghesquière zählt - etwa neben Hedi Slimane oder Riccardo Tisci - zu jenen Pariser Designern, die zwar eine sehr ausgeprägte Handschrift haben, sich aber nie mit einem eigenständigen Unternehmen profiliert haben. Wissend, dass LVMH-Boss Bernard Arnault ein besonderes Faible für Luxus-Brandbuilding nachgesagt wird, könnte eine Nicolas-Ghesquière-Kollektion unter dem Schirm des Luxuskonglomerats (und zwar nur dort) ihren angestammten Platz finden.

Auch die jüngst verstärkt beobachtbare Tendenz, Louis-Vuitton-Inhalte verstärkt über die Social-Media-Auftritte von Ghesquière auszuspielen, würde als präventiv markenbildende Maßnahme so noch mehr einleuchten. Für die Pariser Modeszene wäre eine eigene Kollektion von Nicolas Ghesquière jedenfalls eine Bereicherung, zumal man dann mit Spannung die Entwicklung dieser ästhetischen Handschrift, verglichen mit jener bei Louis Vuitton, verfolgen könnte.

Ob, und wann, es wirklich zu diesem Schritt kommen wird, wollte (oder konnte?) der Designer bei seinem TV-Auftritt noch nicht sagen. Es könnte sich aber durchaus um einen gezielten Teaser zur Vorbereitung dieser absolut großen Mode-News handeln.

 

 

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode

>>>
Schwer lesbar? Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Lesen Sie mehr