Abseits von Place Vendôme und Avenue Montaigne existiert naturgemäß auch die Underground-Metropole Paris: Sozusagen ein „Paname Off-Limits“, um einer Bezeichnung die Ehre zu geben, die die Pariser für ihre Stadt in petto haben. So formierte sich in den 1990ern eine neue Kunst- und Galerienszene um die Rue Louise Weiss im 13. Arrondissement. Kurz nach der Jahrtausendwende eröffnete als institutionelles Pendant das Palais de Tokyo als „Site de création contemporaine“.

Parallel zu all diesen Entwicklungen erfolgte der Aufstieg des Grafikdesign-Duos M/M (Paris), das dieser Tage eine Anthologie mit Arbeiten aus zwanzig Jahren Kreativschaffen vorlegte. Eine Kundenliste von Balenciaga über Björk, Calvin Klein und Madonna bis hin zu Yamamoto macht deutlich, dass Michaël Amzalag und Mathias Augustyniak mit ihrer elaborierten Trash-Ästhetik den Nerv ihrer Zeit getroffen haben.
Madonna verrenkt sich. Für das Palais de Tokyo entwarfen sie eine CI inklusive Schriftsatz, der an kleine Pixel-Roboter erinnert. Ihr Entwurf eines aus Modelkörpern bestehenden Alphabets, ursprünglich für das „V Magazine“ ersonnen, gefiel Calvin Klein und Madonna so gut, dass sie später eigene Versionen orderten (Madonna steuert im Booklet ihres Albums „American Life“ eine gymnastisch überzeugende Version bei). Eine langjährige


















