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Wintersport: Street Food statt Speckknödel

05.12.2017 | 09:06 |  von Georg Weindl (Die Presse - Schaufenster)

Natürlich gibt’s auch heuer wieder neue Seilbahnen. Der trendbewusste Wintersportler stärkt sich dazu mit Street Food an der Piste oder fliegt per Gleitschirm über die Streif.

Illuminiert. Beim Fantastic ­Gondolas in Lech färben Lichtkünstler die Winterszenerie um. / Bild: (c) Udo Kapeller by Pete Ionian (Lech Zürs Toursimus) 

Die ansonsten wichtigste Frage des Winters macht heuer eine Pause: Der Titel des größten Skigebiets Österreichs bleibt am Arlberg. Allerdings werkt man im Salzburgischen fleißig an der Verbindung von Zell am See Richtung Saalbach, und dann schaut’s wieder ganz anders aus. Fad wird der kommende Winter deswegen nicht werden. Das Leben in den Bergen war noch nie so vielseitig wie in diesem Winter. Kreative Ideen waren gefragt, und die gibt es heuer reichlich. Ein Trend geht ganz offensichtlich in Richtung urbanen Lifestyle. Im Hochzillertal gibt es vom 15. bis 17. Dezember das erste Ski-Food-Festival, Starköche aus sieben Ländern zaubern die Menüs, kostenlose Appetizer werden an den Liftstationen gereicht. Am selben Wochenende findet am Arlberg das erste Zürser Street-Food-Festival statt, bei dem sich die Gäste an Food Trucks am Eislaufplatz mit exotischen Gerichten versorgen können, während die Kunstflieger des Red-Bull-Racing-Teams und DJs, House- und Hip-Hop-Experten für das Rahmenprogramm sorgen. In Lech verwandeln sich die Kabinen der Seilbahn am Rüfikopf in Fantastic Gondolas, animiert von DJs kann man alpin abtanzen. Musikalisch werden in diesem Winter keine Zielgruppen vernachlässigt. Am Nassfeld treffen sich Headbanger und Heavy-Metal-Fans vom 2. bis 8. April zum Full-Metal-Mountain-Festival, Bands wie Nazareth und Walking Dead On Broadway sorgen für die Akustik. Ganz andere Wege gehen die Ischgler, wo der deutsche Schlager das Thema der Saison ist und Andrea Berg zum Saisonstart von der Bühne trällerte. Das Highlight des Ischgler Winters wird dann das Saisonfinale mit Helene Fischer am 30. April auf der Idalpe. Atemlos durch den Schnee, bis die letzten Lifte schließen.
 
Neue Seilbahnen, neue Alternativen zur Piste. Damit die Gäste weiterhin Ski fahren und snowboarden können, hat die österreichische Seilbahnbranche heuer wieder viel Geld investiert: 582 Millionen Euro, davon 194 Millionen in die Bahninfrastruktur und 107 Millionen in die technische Beschneiung. Die eine oder andere Million landet mittlerweile auch in der Digitalisierung des Skivergnügens. Apps, flächendeckendes WLAN und Ski-Navigation gehören bald zum alpinen Wintersport wie der Zwetschgenröster auf den Kaiserschmarrn.

Auch in diesem Winter werden alte Bahnen durch neue ersetzt. So zum Beispiel in der Wildschönau im Tiroler Unterland, wo der Schattberg eine neue Achterkabinen-Bahn hat, die die Kapazität deutlich erhöht. Nebenan in Alpbach bereichert der neue „Lauser-Sauser“ als Ganzjahresrodelbahn das Angebot. Am Stadtrand von Innsbruck bekommt der Patscherkofel eine neue Seilbahn mit Zehnerkabinen, die nun die Fahrtzeit bis zur höchsten Station auf rund zehn Minuten verkürzt. Viel tut sich in St. Johann in Tirol, wo eine neue Zehnerkabinen-Bahn zum Grander Schupf eröffnet wurde. In Fügen am Spieljoch im Zillertal wurde eine neue Zehnerkabinen-Bahn hinauf zum Spieljoch gebaut. Auf der Schmittenhöhe im Skigebiet Zell am See und Kaprun wird der 30 Jahre alte „areitXpress“ durch eine neue Seilbahn mit kostenlosem WLAN ersetzt. Bei den Nachbarn im Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn löst eine moderne Zehnerkabinen-Bahn die alte Schönleitenbahn ab, und eine weitere Zehnerkabinen-Bahn verbindet den Zwölferkogel und die Übungslifte im Bereich Westgipfel.

Und wenn dann der Schnee doch ausbleiben sollte, was ja hin und wieder vorkommt, dann gibt es gottlob immer mehr fachfremde Freizeitofferte. In Kitzbühel können auch Nichtskifahrer beim Tandemflug mit Gleitschirm über die Streif schweben. Wahlweise im eher sanften Panoramaflug oder im etwas sportlicheren Hahnenkamm-Rock ’n’ Roll.

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