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Die neue alte "Post" in Lech: Es werde Licht

26.12.2017 | 11:02 |   (Die Presse)

Die legendäre „Post“ in Lech hat umgebaut: Drei Küchenchefs konzipierten eine neue lichte Küche. Im noblen Restaurant speist der Gast mit Dorf- und Bergblick.

Seit Kurzem erweitert ein neuer Gastronomiebereich die legendäre „Post“ in Lech. / Bild: Herbert Lehmann (www.lehmann.at) 

Schön, wenn Traditionshäuser bleiben, wie sie sind, und nicht allzu sehr an Aura und Ambiente geschraubt wird. Und doch brauchen Institutionen manchmal nicht bloß ein softes Redesign, sondern einen größeren Umbau und Ausbau, der sich von alten Substanz bewusst absetzt oder ihre Stilvorgaben neu umsetzt. So geschehen im Hotel Gasthof Post in Lech am Arlberg, einem der seit Jahrzehnten international führenden Häuser in den Alpen.

Vor Kurzem wurde hier das gastronomische Umfeld einer gelungenen Neuausrichtung unterzogen: In den Bau der 393 Quadratmeter großen Küche floss die Expertise der vergangenen zehn Jahre ein: Die damaligen Küchenchefs der „Post“, Christian Gölles und Michael Spirk sowie nunmehr David Wagger, arbeiteten an logistischen wie organisatorischen Vorgaben für einen anspruchsvollen Küchenbetrieb.

Herbert Lehmann (www.lehmann.at) Ein Blick in die KücheEin Blick in die Küche / Bild: Herbert Lehmann (www.lehmann.at) 

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Öffnung nach außen

Auffällig: Im Unterschied zu etlichen anderen Küchen in der High-End- beziehungsweise der Saisongastronomie arbeitet das Küchenteam bei sehr viel natürlichem Licht und mit viel Platz. Das soll auch indirekt Wirkung zeigen: „Nur, wenn auch unsere Mitarbeiter hoch motiviert und begeistert sind, können wir unseren Gästen Außergewöhnliches bieten“, erklärt Hausherr Florian Moosbrugger. „Die Arbeitsbedingungen sind ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor auf der Suche nach dem besten Personal in Küche und Service.“

Durchflutendes Licht und motiviertes Personal sind auch das Thema für den neuen Restaurantbereich. Das Architektenteam rund um Christian Prasser, das bereits 2010 in Umbauten involviert war, entwickelte hier eine luftige Situation: Die Nord- und Ostfassade des Speisesaals wurde dank großer Glasfenster geöffnet. Nun blickt Lech herein und der Gast hinaus in hochalpine Bergwelt und winterliches Dorfleben.

Herbert Lehmann (www.lehmann.at) Der neue SpeisesaalDer neue Speisesaal / Bild: Herbert Lehmann (www.lehmann.at) 

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Stimmige Zitate und Details

Der frühere Speisesaal stammte noch aus den 1960er-Jahren, als der Skitourismus massiv auf Touren kam. Und als alpine Hotellerie gern schwere Holzdecken trug, kleine Fenster hinter dicken Vorhängen verschwanden und Gäste sich in rustikalen Sitznischen zusammendrückten.

Heute sieht das ganz anders aus: Warme Eichendiele liegt auf dem Boden, über die Decke spannen sich dezente weiße Holzkassetten, die das Alpine bloß anzitieren – und hinter der sich modernste LED-Lichttechnik verbirgt. Auch das ein Verweis, ein origineller: Die Lampenschirme aus der Wiener Manufaktur Mano Design muten nur auf den ersten Blick traditioneller an, ihr Dekor wurde allerdings mit Netzstrümpfen, Spitzen und Schablonen aufgespritzt. Britischer Karostoff auf den gemütlichen Wittmann-Sesseln und auf den Sitzbänken passt da gut ins Erscheinungsbild: gemütlich, zugleich exklusiv und zeitgemäß.

Neu ist zudem der Betrieb: Im Restaurant des Relais-&-Chateaux-Betriebs wird nun auch zu Mittag serviert, überdies stehen die Angebote nicht mehr allein Hotel-, sondern auch Restaurantgästen offen. Eröffnet wurden die neue Küche und das neue Restaurant zum Wintersaisonanfang mit einer großen Open-Kitchen-Party mit Hunderten Gästen. (mad)

Am Arlberg

Das Hotel Gasthof Post wurde 1937 von Familie Moosbrugger erworben und zu einem Haus besonderer Güte. Seit 1976 ist die Post Mitglied bei Relais & Châteaux.

Kristl Moosbrugger wurde 1990 als erste Frau als Hotelier des Jahres ausgezeichnet. 2004 erhielt ihr Sohn Florian den gleichen Titel. Das Hotel hat 48 Zimmer und Suiten, einen weitläufigen Spa mit Außenpool sowie ein zweites Hallenbad exklusiv für Kinder. www.postlech.com

In den vergangenen Jahren wuchs das Skigebiet am Arlberg zu einem der größten weltweit. www.lech-zuers.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2017)

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