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Bad Tatzmannsdorf: Der „Zauberdruck“ für vegane Allesesser

04.01.2018 | 12:39 |  Von Claudia Richter (DiePresse.com)

Nicht nur entspannen und sich behandeln lassen, sondern auch selbst lernen: Bei Workshops in dem neu konzipierten Reduce Gesundheitsresort in Bad Tatzmannsdorf.

Reduce: Neu fokussiertes Konzept fürs Bad Tatzmannsdorfer Gesundheitsresort. / Bild: Reduce Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf l Bruckner  

Zu viel gegessen? Ein unangenehmes Völlegefühl? Da muss es nicht unbedingt Schnaps sein, drücken bringt auch Erleichterung. Und wen Schlafstörungen plagen, der könnte mit gezieltem Druck und leichtem Kreisen das Sandmännchen herbeirufen. Auch Stress und Schmerz sollen sich bis zu einem gewissen Grad wegdrücken lassen. Der „Zauberdruck“ gegen alle möglichen Alltagswehwehchen nennt sich Akupressur. Lust und Laune, das Ganze zu erlernen oder zu ergründen, was dran ist? Neuerdings kann man das in Bad Tatzmannsdorf tun, entsprechende Workshops sind in Österreich ziemlich einzigartig. Vorweg: Akupressur ist nicht zu unterschätzen, der Druck als Selbsthilfe hat jahrtausendealte Tradition und in der Volksmedizin schon lang seinen Platz. Die Punkte sind zum Teil die gleichen wie in der Akupunktur.

Hannes Steiger leitet diese Workshops für Akupressur und Akupunktmassage in einem Hotel des Gesundheitsresorts Reduce. „Mit der Akupressur kann ich mir im Alltag selbst helfen und oft verhindern, dass irgendwelche Störungen in Krankheiten enden“, meint der erfahrene Masseur, der seine Ausbildung in China und in der Schweiz gemacht hat. Steiger redet und erzählt gern und viel. Er erzählt auch, dass er beim Zahnarzt noch nie eine Spritze gebraucht hat, weil er sich etwaigen Schmerz immer wegdrückt. „Der Punkt befindet sich im Nagelwinkel des Zeigefingers.“ Wenn Steiger das an uns, den Workshopteilnehmern demonstriert, schreit der eine oder die andere schon ein wenig auf. „Der Punkt selbst ist immer empfindlicher als die Umgebung, und es kann etwas wehtun.“ Gar nicht weh tut hingegen die einfache Massage- und Drucktechnik, die Steiger uns gegen Stress und Nervosität mit auf den Weg gibt. Auch zwei seiner zu Akupressur verfassten Bücher gibt's dazu.

Vegan für Allesesser

Etwas ganz anderes lernt man an Vegan Cooking Weekends im Reduce Gesundheitsresort: Diese Wochenendkurse sind nicht nur für Veganer gedacht, auch interessierte Allesesser könnten dabei auf den Geschmack kommen. Man möchte gar nicht glauben, welche Geschmacksvielfalt Haubenkoch Siegfried Kröpfl mit veganen Mitteln auf die Teller zaubert. Wer tiefer in die Materie eintauchen und mehr als nur kochen und genießen will: Karin Weingrill, eine der wenigen österreichischen Diätologinnen mit Zusatzausbildung zur veganen Ernährungsberaterin, bietet entsprechende Infos und Tipps: „Kala Namak, Schwarzsalz, wird gern in der veganen Küche verwendet, weil es den typischen Geschmack von Eiern verleiht.“

Vom Ei zum Champagner: Was so verführerisch klingt – Champagnerbad –, hat gar nichts mit dem Namen zu tun. Oder fast gar nichts. Zwar ist es nicht Champagner, der da mit einer Geschwindigkeit von 100 Litern pro Minute in die Wanne fließt, aber ein Perlen und Prickeln gibt es auch, verursacht durch kohlensäurehaltiges Mineralwasser, 250 Liter sind es pro Bad. Und ja, es ist ein angenehmes Gefühl, wenn man spürt, wie ruhig und doch gleichzeitig wie belebt man wird. Das Kohlendioxid des Bad Tatzmannsdorfer Heilwassers kann aber noch mehr: Über die Haut aufgenommen wirkt es durchblutungsfördernd und positiv auf den Herz-Kreislauf-Bereich, als Trinkkur hilft es bei Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt.

Prickeln auf der Haut

Das kohlensäurehaltige Mineralwasser ist eines der drei Heilmittel von Bad Tatzmannsdorf, dem Flaggschiff des burgenländischen Gesundheitstourismus. „Und das macht unseren Kurort einzigartig in Österreich“, meint Tourismusdirektor Dietmar Lindau stolz. Neben erwähntem Heilwasser sprudelt im Ort noch entspannendes und gelenksfreundliches Thermalwasser. Dritter Gesundheitsquell ist das Moor, Balsam für einen angegriffenen, aber auch für einen gesunden Bewegungs- und Stützapparat.

Auf diese Heilmethoden will man sich rückbesinnen. Daher hat man für das neue Gesundheitsresort auch den Begriff Reduce gewählt, von lateinisch „reducere“, zurückführen also. Unter diesem Namen sind nun Kurzentrum und Kurpark, vier Kurhotels, die Reduce-Hotels Vital und Thermal sowie das südburgenländische Freilichtmuseum mit Arkadenheurigem zusammengeschlossen. Mit mehr als 600 Betten gehört es nun zu einem der größten Europas. Die neue Marke soll einen verbindenden Bogen spannen und die Identität des Unternehmens schärfen.

Man will neben Kurgästen forcierter auch eine gesundheitsbewusste Klientel ansprechen. Denn dem Gesundheitstourismus wird eine grandiose Zukunft vorausgesagt. Da passt eine weitere Neuigkeit ins Bild: medizinische Hypnose sowie Anleitungen zur Selbsthypnose. „Damit kann man sich etwa das Rauchen abgewöhnen oder Schlafstörungen bessern oder sich seinem Wunschgewicht nähern“, sagt der Arzt und Präventivmediziner Tobias Conrad. „Ich lasse die Leute die Übungen mit ihrem Smartphone aufnehmen, so können sie auch daheim die Selbsthypnose üben und ausführen. Man kann damit übrigens auch wunderbar entspannen.“

DRINNEN & DRAUSSEN

Termine: Akupunktur-Workshop: 19.–21. 1., zwei ÜN, erweiterte HP, Workshop, ab 354 €. Vegan-Cooking-Weekends mit Haubenkoch Siegfried Kröpfl: 12.–14. 1. und 23.–25. 3., zwei ÜN, erweiterte HP, Workshop ab 472 €.

Infos: Reduce Gesundheitsresort in Bad Tatzmannsdorf. www.reduce.at

Umfeld: Österreichs erste Lauf- und Walkarena mit 138 Kilometern markierter Laufrouten und auf 280 Kilometern Wander- und Walkingwege sowie Golfplätze (9 und 18 Loch).

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