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Furla: Altes Erbe, neue Ära

17.05.2017 | 15:46 |  von Christina Lechner (Die Presse - Schaufenster)

Das italienische Taschenlabel Furla hat sich trotz 90-jähriger Geschichte seine Aktualität bewahrt.

Die beiden Firmengründer Aldo und Margherita Furlanetto. / Bild: (c) beigestellt  

Eine Zeitreise am Handgelenk – über die Roaring Twenties über den Rock ’n’ Roll der 1950er bis ins neue Millennium. Die 90-jährige Geschichte des Taschenunternehmens Furla ist in einer Capsule Collection, die jedes Jahrzehnt abbildet, festgehalten. „Wir feiern einen wichtigen Schritt für Furla. Unser Werdegang ist von vielen verschiedenen Momenten – einige besser, einige schlechter – charakterisiert, aber wir sind stolz, so einen Meilenstein erreicht zu haben“, sagt die Präsidentin und Tochter des Firmengründers, Giovanna Furlanetto. Seit der Gründung des italienischen Labels 1927 (mittlerweile gibt es auch Schuhe, Schmuck und Sonnenbrillen) hat sich viel getan, doch noch immer gibt es den ersten Store, der 1955 in der Via Ugo Bassi eröffnet wurde. Ihm folgten 399 weitere in 100 Ländern. Zwei Millionen Taschen wurden 2015 verkauft, das bedeutet umgerechnet alle 16 Sekunden eine.

(c) beigestellt  Das Furla-Headquarter in Bologna. Das Furla-Headquarter in Bologna. / Bild: (c) beigestellt  

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„Mein Vater hatte sehr viel Intuition und große unternehmerische Fähigkeiten. Ich bin mit einem starken Wertverständnis aufgewachsen, das er auch in die Firma gebracht hat“, erzählt Giovanna Furlanetto, die in den 70er-Jahren mit ihren beiden Brüdern Paolo und Carlo das Szepter übernahm und schon mit 16 Jahren an der Seite ihres Vaters in der Firma zu arbeiten begann. Das Furla-Erbe und die DNA zu erhalten ist über die Jahrzehnte hinweg eine Herausforderung geblieben, aber genau darin sieht Furlanetto das Erfolgsgeheimnis: „Wir sind zu 100 Prozent italienisch in unserer Geschichte und unseren Werten immer treu geblieben“, erklärt sie.

„Made in Italy“ ist dabei nicht nur eine viel strapazierte Marketingversprechung. „Wir haben in Italien die besten Gerbereien und Handwerker, das ist eine der Schlüsselelemente des Erfolgs“, meint die Furla-Präsidentin. Natürlich braucht es auch mutige Entscheidungen und schnelle Reaktionen auf die veränderten Wünsche der Kunden. Seit zehn Jahren halten sich die Familienmitglieder deshalb aus den operativen Rollen heraus, das übernimmt ein Team aus Managern. „Es ist natürlich auch nicht immer leicht, die Verantwortung für so ein Erbe zu haben, aber ich bin sehr stolz darauf. Es ist, als ob man ein Kind an der Hand hielte und es großzöge und dann selbstständig in die Welt hinausgehen sähe“, fasst Furlanetto ihre Businessentscheidungen zusammen, die sich rentiert haben. Seit 2010 haben sich die Einnahmen mehr als verdoppelt.

(c) beigestellt   Die neun Taschen der Kollektion repräsentieren jeweils ein Jahrzehnt. Hier die 90er. Die neun Taschen der Kollektion repräsentieren jeweils ein Jahrzehnt. Hier die 90er. / Bild: (c) beigestellt  

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Philantrophische Projekte. Neben Taschen ist Kunst die große Leidenschaft der Furla-Präsidentin. 2008 gründete sie deshalb die Fondazione Furla, die zeitgenössische Kunst unterstützt. In Zusammenarbeit mit dem Museo del Novecento in Mailand und dem Kunstzentrum Peep-Hole sollen mehrere Projekte entstehen. „Mode und Kunst gehören einfach zusammen. Sie befruchten sich gegenseitig.“

(c) beigestellt  Giovanna Furlanetto verschreibt sich seit 2008 der Kunstförderung.  Giovanna Furlanetto verschreibt sich seit 2008 der Kunstförderung. / Bild: (c) beigestellt  

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