Gedächtnissprünge. „Eigentlich bin ich der geborene Archivar“, sagt Michael Huey. Und er meint dies durchaus wörtlich: „Ich bin der, der Dinge ordnet und aufstellt. Ich bin aber auch der, der aussortiert und manchmal auch zerstören muss.“ Zwar hat der Amerikaner, der vor 22 Jahren nach Wien kam, diese Fähigkeit nicht zum Beruf gemacht. Doch so wie Huey lebt und arbeitet, bestimmt sie sein Leben umso mehr. Da sind zum einen unzählige Bücher, Kunstwerke, Möbel- und Designobjekte vom Biedermeier bis zur Gegenwart sowie Dschungelpflanzen, die er zusammen mit seinem Lebenspartner, einem Kunsthistoriker und Möbelexperten, im Lauf von zwei Jahrzehnten gesammelt und zusammengetragen hat. In einer zweigeschoßigen, teilweise mit Architektenhilfe umgebauten Jugendstilwohnung mit Balkon und Dachatelier nahe dem Naschmarkt fügen sie sich zum inspirierenden Ambiente. Hier entstehen auch die Konzepte seiner künstlerischen Arbeit, für die Huey alte Fotografien, Dias, Familienalben, private Archivalien und manchmal sogar Geschirr zu hoch artifiziellen Objekten verarbeitet oder fotografiert. „Mich interessiert das Potenzial von Dingen“, sagt Michael Huey. „Ich will Themen wie Verlust, Gedächtnis, Erinnerung zur Sprache bringen.“ Darüber spricht er nun im Rahmen der „Studio Visits“ der Vienna Art Week am 15. 11. um 13 Uhr.
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