27.10.2012 10:47

Das Echo des Werdens

von Jacqueline Nowikovsky    

Mit „Echoes“ zeigt der aufstrebende Maler Robert Muntean eine Momentaufnahme des Menschen zwischen Aufbau und Auflösung, Deutung und Uneindeutigkeit. 

 

Welches Echo hallt uns nach – auch wenn wir nichts sagen?  Das Echo, dieser schwer zu fassende Klang, ist nie ein einziger, scharf umrissener Ton, sondern verschwimmt stets in seinen unterschiedlichen Ebenen. Wenn die Ausstellung des jungen Malers Robert Muntean in der Galerie Charim den Titel „Echoes“ trägt, dann geschieht dies nicht von ungefähr. Denn seine Bilder spüren der kaum greifbaren Essenz des Individuums nach, die sich abseits von Posen und leeren Gesten aus der Gefangenschaft der Einsamkeit heraus abzeichnet.

 

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28.09.2012 14:22

Wenn Kunst ins Netz geht

von Jacqueline Nowikovsky    

Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit. Doch wie sieht es im digitalen Zeitalter damit aus? Welche Freiheiten werden der Kunst durch die permanente Weiterentwicklung der Technologie eröffnet? Diese Frage stellt sich nicht nur Kunstschaffenden, die Auswirkungen des World Wide Webs auf unsere Lebenswelt in ihren Kunstwerken inhaltlich reflektieren. Diese Frage endet auch nicht mit dem künstlerischen Gestaltungsraum, der sich durch das Vokabular der neuen Medien ebenfalls erweitert. Vielmehr bietet die Vernetzung unserer Lebensgewohnheiten auch Kunstliebhabern eine komplett neue Ebene um Kunstwerke zu erfahren.  

Was diese Innovationen angeht, versammelte sich vergangene Woche die Elite der digitalen Kunstplattformen in Wien zum Art Industry Forum. Vorgestellt wurden Start-Ups, deren Gründer unterschiedlicher nicht sein könnten. Allen gemein ist aber, dass sie die digitale Welt als Chance verstehen, um das allgemeine Kunstverständnis...

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von Jacqueline Nowikovsky    

Der Theseustempel im Volksgarten war lange Zeit Treffpunkt für Freunde des Freiluft-Rausches. Als zunehmend verfallener Bau geriet er zur Kulisse für zuweilen heimliche Abenteuer im Park. Der Witterung preisgegeben verblasste seine ursprüngliche Funktion zeitgenössische Kunst auszustellen. Seit dem Abschluss der aufwändigen Restaurierungsarbeiten in diesem Frühjahr erstrahlt der Tempel wieder in strotzendem Weiß inmitten des blühendenden Rosengartens. Doch jetzt da seine alte Pracht wiederhergestellt ist, ziert sein Inneres eine Arbeit, die erst recht wieder auf fröhlichere Tage verweist.  Es ist eine Installation des belgischen Künstlers Kris Martin, der wie kein anderer versteht mit seinen feinsinnig lakonischen Kunstwerken in den Alltag einzugreifen. 

Klare Ansage

2007, als das Getöse des Kunstmarkts sich lauthals überschlug, inszenierte Kris Martin den ruhenden Stillstand. Inmitten der...

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von Jacqueline Nowikovsky    

Der Künstler Jeff Koons bewegt den zeitgenössischen Kunstmarkt. Seine Skulpturen erzielen Preise im zweistelligen Millionenbereich. Der New Yorker Maler und Bildhauer, den man auch das „malende Finanzgenie“ nennt, erobert diesen Sommer die europäischen Museen. 

 

In Basel widmet ihm die Fondation Beyeler eine Ausstellung, in Frankfurt sind es gleich zwei: Die Schirn zeigt seine Gemälde während das Liebieghaus seine Skulpturen inszeniert. Damit stellt sich bei Koons angesichts des musealen Aufgebots eine ähnliche Frage wie bei seinem Star-Kollegen Damien Hirst: Ist das Werk tatsächlich so bedeutend? Oder dienen diese Inszenierungen lediglich dazu, die gewachsene Skepsis ab- und die gefallenen Marktwerte wieder aufzuwerten? 

 

Generell konnte der Kunstmarkt in den vergangenen Jahren zunehmen, trotz oder gerade wegen der Zusammenbrüche auf den Finanzmärkten. Maßgebend...

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15.06.2012 13:57

Art Basel - Messe und Museum

von Jacqueline Nowikovsky    

Wie jedes Jahr läuft der Kunstmarkt vor der Sommerpause noch einmal zu Höchstform auf.  Dieses Jahr trumpft die 43. Art Basel als Schlusslicht einer aufregenden Saison

 

 

Die Galerien heben ihre besten Werke für die Schweizer Kunstmesse auf und so reihen sich Meisterwerke der Moderne und zeitgenössischen Kunst aneinander. Durch diese herausragende Qualität der Kunstwerke gleichen die Messestände kleinen Museen. Museen auf Zeit - und Museen zum Kauf versteht sich. Jene Besucher die nicht für den privaten Einkauf nach Basel reisen, genießen immerhin die kurzweilige Chance, einen Blick auf einige der bedeutendsten Kunstwerke zu erhaschen, bevor diese in die Abgeschiedenheit von Privatsammlungen wandern. 

 

Und wandern werden sie, schließlich sind durchweg positive Verkaufsmeldungen bereits nach den ersten zwei Tagen zu vernehmen. Die Rede ist von den zwei Tagen noch vor der...

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25.05.2012 15:51

Blätterrauschen

von Jacqueline Nowikovsky    

„Nähme man den Zeitungen den Fettdruck –: um wieviel stiller wäre es in der Welt –!“, schrieb Kurt Tucholsky über unsere Informationsquellen, die tagein tagaus das Weltgeschehen zusammenfassen und dabei ihren Beitrag leisten, die Welt mitzugestalten. Die Ausstellung ARTandPRESS geht im Berliner Martin-Gropius-Bau dem Getöse der Medien nach. „Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit“ so der Untertitel dieser hochkarätig bestückten Schau, die das mediale Erschaffen von Realitäten aufzuzeigen sucht. 

 

Was ist denn diese Wirklichkeit, die von den Zeitungen aufgegriffen wird? Lässt sich die Welt durch Berichterstattung fassen? Entgeht ihr dadurch nicht immer schon das Wesentliche? Der für seine „Today Series“ bekannte japanische Künstler On Kawara dokumentiert seit 1966 den Verlauf der Zeit. Auch das Datumsbild „Mar.23,1974.“ besteht aus dem Verweis auf jenen...

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24.04.2012 11:54

Vom Rockzwang und Beinkleid

von Jacqueline Nowikovsky    

 

Was hat man der Frau nicht alles wegen ihrer Kleidung schon nachgesagt. Ist sie zu züchtig gekleidet, wird sie als verhärmte Jungfer abgestempelt. Trägt sie wenig und das Bisschen ist auch noch sexy, gilt sie als leichtes Mädchen. Ob in Birkenstock-Sandalen oder High Heels, ob im Unisex Overall oder im „damen-haften“ Zweiteiler – jedes stereotype Frauenklischee findet im Kleiderstil seine Entsprechung. Weibliche Ansinnen und selbstbestimmten Wünsche drücken sich natürlich auch durch die Kleiderwahl aus. Jedoch: Egal ob BHs verbrannt oder Hosen angezogen werden, eine ideologische Weiterverwertung lässt meist nicht lange auf sich warten.

Eine gefühlte Ewigkeit dauerte es dennoch, bis Frauen in Hosen gesellschaftlich akzeptiert wurden. Der Kampf gegen den Rockzwang war unmittelbar mit einer ersten Emanzipationsbewegung verbunden. Zwar ist das Bild Marlene Dietrichs im Hosenanzug heute ein Vorbild...

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von Jacqueline Nowikovsky    

Wenn die Kaufhauskette Peek & Cloppenburg heute ihre neue Frühlingskampagne startet, werden anstelle von professionellen Models wieder „Real People“ auftreten. Spannend sind vor allem die echten Leben dieser „Real People“. Denn  bei den Testimonials handelt es sich diesmal um Künstler der Wiener Akademie der Bildenden Künste. Und die machen mit ihren eigenen künstlerischen Arbeiten eine noch bessere Figur, als sich auf den Werbeplakaten erahnen lässt – Ein Blick hinter die Werbefassade.  

Nach der Hautpflegemarke Dove hat auch das Textilunternehmen vor einiger Zeit „echte Menschen“ aus spezifischen Berufsgruppen für sich entdeckt. So zierten bereits Krimiautoren, Hundeschlittenfahrer und Segler die Werbekampagnen des deutschen Modefilialisten. Ab jetzt schmücken Talente der Akademie der Bildenden Künste Wien die Annoncen. Dass sie nun von riesigen Plakatwänden lachen,...

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von Jacqueline Nowikovsky    

Wer ist Damien Hirst? Der innovativste Künstler, den der Kunstmarkt je hervor gebracht hat? Der zynischste Bösewicht, der den Turbokapitalismus in die Kunstwelt eingeführt hat? Der genialste Selbstvermarkter, von dem die Werbeindustrie noch Unterricht in Sachen Hype-und-Celebrity-Erzeugung nehmen kann? Der beste Anlagetipp für Hedgefonds Manager mit Sinn für dekorative Raumgestaltung? Ganz gleich, ob man seine Kunst mit Naserümpfen quittiert oder ihn für seine kreativen Bildschöpfungen bewundert, eines ist unbestritten: Damien Hirst schreibt Geschichte. Aber was für eine Geschichte? 

Die Tate Modern ehrt die britische Ausnahmeerscheinung jetzt mit einer Retrospektive, die von 4. April bis 9. September in London zu sehen ist. Es ist zugleich die größte Solo-Ausstellung, die ihm je gewidmet wurde. Nächstes Jahr folgt eine Schau in der Albertina Wien. Anlass genug diese Ausstellung vorweg zu besuchen, die in...

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von Jacqueline Nowikovsky    

Die Tate Modern zeigt eine große Yayoi Kusama Retrospektive. Doch die japanische Künstlerin steht auch beim Luxuslabel Louis Vuitton im Mittelpunkt. 

Wer nach London fährt, kann sich bereits jetzt am olympischen Gedanken erfreuen. Denn die Stadt an der Themse rüstet sich nicht nur in sportlichen Belangen für die Olympischen Spiele. Auch in kultureller Hinsicht überbieten sich die Museen mit rekordträchtigen Schauen. In der Tate Gallery of Modern Art wird das Jahr 2012 von Einzelausstellungen geprägt, die jeweils außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeiten gewidmet sind. Derzeit punktet die Tate Modern mit Yayoi Kusama. Gezeigt wird das Lebenswerk einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Japans. Die 1929 geborenen Kusama  prägte das avantgardistische New York der 1960er Jahre neben Größen wie Andy Warhol ebenso, wie sie ihre vielseitigen Arbeiten in allen...

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Über die Autorin

Jacqueline Nowikovsky arbeitete für den Schweizer Galeristen Jan Krugier, dessen Auge sowohl als Händler als auch als Sammler legendär war (seine Privatsammlung war 2005 unter dem Titel “Goya bis Picasso” in der Albertina zu sehen). Mehr »