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Die Ich-Pleite: Professor Computer

30.08.2017 | 13:11 |  Annemarie (Die Presse - Schaufenster)

Für die Lehrer enden bald die langen Sommerferien. Das ist sicher für manche traurig.

 

Andererseits könnten sie sich auch sagen, wenigstens habe ich noch nicht diese ganz langen Ferien, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Lehrer gehören ja zu den Burn-out-gefährdetsten Berufsgruppen. Das könnte sich bald ändern. Denn sie erhalten jetzt digitale Unterstützung. In Brooklyn gibt es eine Schule, an der jetzt schon ein Zentralcomputer unterrichtet. Ich möchte bestimmt nicht den Mathematiklehrern die letzten Ferientage verderben, auch nicht aus Rache, weil sie mir so manche letzte Ferientage verdorben haben, aber Schüler, die von einem Zentralcomputer in Mathematik unterrichtet werden, verbessern ihre Ergebnisse schlagartig um 50 Prozent. Auch wenn man die Matura nur mit einem wackeligen Mathematikvierer geschafft hat, kann man sich ausrechnen, dass solche Ergebnisse Schule machen werden. Bildungsexperten rechnen damit, dass Herr und Frau Professor Computer bald den Unterricht übernehmen werden.

Aber bevor Sie sich jetzt schon vorsichtig nach einer Umschulung umsehen, kann ich beruhigen: Sie sagen auch, dass es in Zukunft noch Lehrpersonen braucht. Computer können nämlich nicht so gut mit Eltern umgehen. Vielleicht sind sie nicht so leidensfähig. Und dann muss man auch an die Schüler denken. An ihren Aggressionsabbau. Wo die jugendliche Psyche zu seiner Lehrperson unbedingt „Du Schwuchtel“ sagen können muss. Der Zentralcomputer würde vielleicht nur sagen: „Substantiv, feminin, salopp, meist abwertend verwendet.“ Doch der biologische Lehrer ließe sich etwas pädagogisch Wertvolles einfallen. Oder eine so schwierige Schularbeit, dass sie nicht einmal der Zentralcomputer lösen könnte.

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