Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Schauplätze: Liebevolle Schimpfwörter

06.09.2017 | 19:29 |  von Johanna Hofleitner (Die Presse - Schaufenster)

Nicht vom Feinsten ist die Thematik, mit der die Galerie Michaela Stock die Herbstsaison startet.

Bild: (c) Bernadette Anzengruber 

Sie lässt nämlich schimpfen. „Liebevolle Schimpfwörter” heißt die Schau mit Arbeiten von neun Künstlerinnen und Künstlern. Tomislav Gotovac, Bernadette Anzengruber (Bild) oder Alexander Viscio haben alle ihre künstlerische Herkunft in der Performance, was auch der grundsätzlichen Ausrichtung des Galerieprogramms entspricht. Nun könnte man meinen, dass das Geschimpfe von seiner Emotionalität und Aggressivität her eine Verlängerung des Performativen ist. Dass das verdrängt Geäußerte also in der Rezeption einen Verdrängungsprozess genießt. Steht das Ausgesprochene aber erst einmal isoliert da – etwa elegant mit Fineliner auf Papier geschrieben (Lilo Nein) oder mit Öl auf Leinwand gemalt (Ivica Capan) –, ist es von seiner Unmittelbarkeit befreit und seine Härte und kritische Schärfe wird umso deutlicher, unabhängig davon, ob es sich um Fäkalausdrücke handelt, um Begriffe aus den Bereichen Sexualität, Tod, Inzest oder um schlichte Tiernamen.

Galerie Michaela Stock: „Liebevolle Schimpfwörter” (Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien, 10. 9.–7. 10.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Meistgelesen

    Mehr zum Thema:

    Als Gast kommentieren

    ...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

    *... Pflichtfelder

    Sicherheitscode

    >>>
    Schwer lesbar? Neuen Code generieren

    Verbleibende Zeichen

    Lesen Sie mehr

    • Die Ich-Pleite: Leidgenossen

      Ob etwas Lärm ist oder nicht, liegt bekanntlich im Ohr des Belauschers.
    • Hörspiele: Wort & Ton

      Hauptsache, es ist für die Ohren: Das Hörspiel ist eine offene Kunstform für viele Zugänge und Experimente. Ein Streifzug durch die Szene in Wien zeigt das deutlich.
    • Randerscheinung: Es geht ihm gut

      Nicht nur der mittlere Sohn ist für fünf Monate in ein unbekanntes Land aufgebrochen, sondern irgendwie auch wir, die wir daheimgeblieben sind.