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Randerscheinung: Hoffnungsvoll

01.12.2017 | 14:19 |  Florian Asamer (Die Presse - Schaufenster)

Der Adventskalender steht also schon seit gut einer Woche bei uns im Vorzimmer herum.

Bild: DiePresse.com 

Der Adventskalender (warum heißt es eigentlich nicht Adventkalender?) steht also schon seit gut einer Woche bei uns im Vorzimmer herum. Und jedes Mal, wenn der Jüngste in der Früh daran vorbeigeht, fragt er hoffnungsvoll: „Darf ich heute schon das erste Fenster aufmachen?“ Und ich sag immer: „Ein paar Tage noch, am Freitag ist es dann so weit.“ Das ist natürlich nicht ideal gelöst, weil der Adventskalender ja die grässlich lange Zeit bis zum Heiligen Abend in kleine Portionen unterteilt, um so das Warten endlich und damit erträglich zu machen. Wenn man aber davor noch eine zusätzliche Wartefrist ganz ohne Kalender einschiebt, bis man den Adventskalender öffnen darf, wird es natürlich schwierig. Vor allem, wenn man erst sieben Jahre alt ist. Aber bei uns ist der Kalender ein ziemlich großer selbstgebastelter Tannenbaum aus Pappmaché und Draht, der das Jahr über auf einem Kasten verstaut ist, und den man, wenn er einmal mit 24 Sackerln (es sind also keine Fenster) behängt ist, nicht wieder so ohne weiteres verstecken kann. Das Lustige ist: Der Jüngste weiß im Prinzip genau, was in den kleinen Sackerln drinnen ist (Gummizeugs, Schokolade, Luftballons und an speziellen Tagen wie zum Nikolaus ein kleines Extra-Geschenk), diesmal ist er sogar überraschend beim Beutelbefüllen hereingekommen. Und trotzdem: Sobald der Adventskalender behängt und aufgestellt ist, ist die Frage, was denn heute wieder für eine Überraschung drinnen sein wird, so spannend, dass er an den Adventskalendertagen früher als sonst aufsteht, um gleich nachschauen zu können. Heute war übrigens ein Buntstift und Schokolade drinnen. Nur noch 23 Mal schlafen oder besser: noch zwei „Schaufenster“, dann ist es so weit.

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