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Cannes mit Karat

19.05.2017 | 11:46 |  von Christina Lechner (Die Presse - Schaufenster)

Das Filmfestival an der Croisette feiert 70. Jubiläum. Seit zwanzig Jahren hat Chopard die Goldene Palme im Gepäck.

Eyecatcher Marion Cotillard trug in Cannes Chopard. / Bild: (c) beigestellt 

Eine Schauspielerin verletzt sich beim Sturz über die Festivaltreppen, ein Schneesturm an der Croisette oder eine verloren gegangene Goldene Palme: Mehr oder weniger unwahrscheinliche Szenarien, wie das Filmfestival in Cannes in einem Fiasko enden könnte, gibt es viele. Probleme mit der Trophäe kann man aber ausschließen. Denn für den unwahrscheinlichen Fall, dass etwas mit der Palme d‘Or passieren sollte, hat Chopard nicht nur eine, sondern gleich zwei Ausführungen im Gepäck, wenn es in Richtung Cannes geht. In den 20 Jahren, in denen das Uhren- und Schmuckunternehmen die Goldene Palme, oder besser gesagt, Palmen, herstellt, musste man von der Ersatzpalme allerdings noch nie Gebrauch machen. Nur 2013, als der Film „Blau ist eine warme Farbe“ das Rennen machte, wurde nicht wie sonst immer der Regisseur, sondern die beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos mit je einer Palme aus Gold bedacht.

 

(c) beigestellt  Auszeichnung. Zum 20. Jubiläum hat die Goldene Palme an Diamanten gewonnen. Auszeichnung. Zum 20. Jubiläum hat die Goldene Palme an Diamanten gewonnen. / Bild: (c) beigestellt  

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Dass die Palme tatsächlich aus 18-karätigem Gold gefertigt ist, hat man übrigens Caroline Scheufele, an der Seite ihres Bruders Kopräsidentin von Chopard und Artistic Director der Schmucklinie, zu verdanken. Die Neugestaltung der Trophäe vor zwanzig Jahren folgte einem Zufall und spontaner Eingebung, als sie den damaligen Festivaldirektor traf, um ein offizielles Event zur Eröffnung einer Chopard-Boutique direkt gegenüber dem Palais des Festivals zu organisieren. „Hinter ihm in der Bibliothek stand die Palme. Er hat sie vor sich auf den Tisch gestellt und gesagt, ‚die hat auch schon 50 Jahre auf dem Buckel. Wir überlegen ein Facelifting.‘ Und dann habe ich ihm gesagt, dass mein eigentlicher Aufgabenbereich bei Chopard nicht das Organisieren von Events ist, sondern das Design und die Kreation“, erinnert sich Scheufele. „Am selben Tag reiste ich von Paris mit der Palme im Koffer ab und ging schnurstracks ins Büro meines Bruders. Der sagte nur: ‚Bist du eigentlich verrückt geworden?‘“ Doch das Facelifting gefiel und feiert mittlerweile das 20. Jubiläum. Die Trophäe, deren Herstellung rund 40 Stunden in der Chopard-Manufaktur im Schweizer Meyrin dauert, wurde dieses Jahr zum runden Geburtstag mit 169 Diamanten bestückt.

(c) beigestellt  Blitzlicht. Farbenpracht und Fantasie für den roten Teppich. Blitzlicht. Farbenpracht und Fantasie für den roten Teppich. / Bild: (c) beigestellt  

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Seit 20 Jahren stattet Chopard aber auch ganz offiziell Prominente mit edlem Geschmeide aus. Eine Anekdote von den Anfängen in Cannes blieb der Schmuckdesignerin besonders in Erinnerung. „Wir haben Elizabeth Taylor mit einem Collier ausgestattet. Am Abend wollte sie dann mit dem Stück schlafen gehen und in der Früh hat sie es gekauft“, erzählt Scheufele. „Sie wollte dann noch die ganze Kollektion sehen, und die hat sie mit ihrem persönlichen Schmuck, etwa von Richard Burton, auf einem Kaffeetisch aufgelegt. Wir wussten gar nicht mehr, was wem gehört, und dann ist auch noch ihr kleiner Schoßhund darüberspaziert.“

Mittlerweile haben schon nahezu alle von Caroline Scheufeles Filmidolen Chopard-Schmuck in Cannes getragen. „Lange stand Julia Roberts auf meiner Liste. Im Vorjahr war sie zum ersten Mal in Cannes und trug ein Collier von uns. Das sah mit ihrem strahlenden Lächeln ganz besonders toll aus“, ist Scheufele stolz.

(c) beigestellt Berufen. Mit 16 Jahren designte Caroline Scheufele ihr erstes Schmuckstück. Einen Happy Diamonds Clown. Berufen. Mit 16 Jahren designte Caroline Scheufele ihr erstes Schmuckstück. Einen Happy Diamonds Clown. / Bild: (c) beigestellt 

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Seit zehn Jahren gibt es auch eine eigene Red Carpet Collection, die speziell für Cannes gefertigt wird. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. In den vergangenen drei Jahren hat man sich sehr intensiv mit dem Färben von Titan auseinandergesetzt. In einem patentierten Verfahren kann man das Metall mittlerweile in über 50 Nuancen färben. Im Zusammenspiel mit den Edelsteinen sorgt das für einen noch intensiveren Farbeffekt.

(c) beigestellt  Prominente Entwürfe. Sängerin Rihanna versucht sich neuerdings als Schmuckdesignerin. Prominente Entwürfe. Sängerin Rihanna versucht sich neuerdings als Schmuckdesignerin. / Bild: (c) beigestellt  

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„Rihanna loves Chopard“. Prominente Unterstützung – auch für die Red Carpet Collection – erhält Scheufele jetzt von Sängerin Rihanna, die ein Fan des Unternehmens ist und eine eigene „Rihanna loves Chopard“-Kollektion designt hat. „Sie hat viel Input gegeben, war einen ganzen Tag hier, und wir haben ihr alles erklärt. Sie schaut sich alles bis ins letzte Detail an. Wir haben jeden Tag Los Angeles am Telefon“, berichtet Caroline Scheufele.

Inspirieren lässt sich die Designerin von den unterschiedlichen Schaupielerinnen, die nach Cannes kommen. Das zeigt sich auch in der sehr diversen Kollektion. Die größte Herausforderung ist für Scheufele, die schon mit 16 ihr erstes Schmuckstück designte und damit den Grundstein für die Schmucklinie bei Chopard setzte, aber die Zeit. „Wir müssen fertig werden. 70 Stücke – es gibt immer so viele Stücke wie Festivaljahre – sind schon viel. Da arbeiten wir noch bis kurz davor und spät in die Nacht.“

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