Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Ehrenringe: Rangrot und Logengold

13.09.2016 | 15:35 |  von Anna Burghardt (Die Presse - Schaufenster)

Für prominente Finger gemacht: Die Ehrenringe von Burgtheater und Staatsoper, mit Architekturzitaten und Farbenreferenz.

Graviert. Ein ­Karneol ist ­Zentrum jedes ­Ehrenrings. / Bild: (c) Beigestellt 

Bei Gerd Voss hat man sich auf das Schätzen verlassen: Der Schauspieler ist der Einzige in der Riege der Ehrenring-Träger des Wiener Burgtheaters, dessen Ringweite die Goldschmiede von Juwelier Wagner vorab nicht genau gewusst haben. Umso größer natürlich die Überraschung von Gerd Voss bei der Verleihung des Rings auf der Bühne (die Ehrenmitgliedschaft hatte er damals schon). „Ein bisschen Glück braucht man manchmal – der Ring hat genau gepasst“, erzählt Hermann Gmeiner-Wagner. Der Juwelier ist für die Fertigung der Ehrenringe von Burgtheater und Staatsoper zuständig; etwa vierzig Stunden reine Werkstatt-Arbeitszeit pro Exemplar sind nötig. Die Kooperation mit der Staatsoper war die erste; unter Ioan Holender und Georg Springer wurde 2004 der

(c) Beigestellt Weißgold. Der Burgtheater-­Ehrenring wird seit 2010 verliehen, der erste ging an ­Michael Heltau. Weißgold. Der Burgtheater-­Ehrenring wird seit 2010 verliehen, der erste ging an ­Michael Heltau. / Bild: (c) Beigestellt 

+ Bild vergrößern

erste Ring verliehen, an Neil Shicoff. Für die Auswahl der Materialien und die formalen Aspekte hat es zunächst für Gmeiner-Wagner geheißen, Rundgänge zu machen, innen wie rund um die Staatsoper, die unweit des Firmenflaggschiffs in der Kärntner Straße liegt. Rot und Gold standen als Farben für den Ehrenring sehr bald fest. In Materialien ausgedrückt: Karneol und Gelbgold. Und auch die Architektur wollte man in die Gestaltung einfließen lassen, „einmal das Äußere der Staatsoper, einmal das Innere“, präzisiert der Juwelier. Den opaken Karneol ziert also eine Gravur in Gestalt der Staatsoper-Fassade, zudem hat man an der Ringinnenseite das Motiv der Logen eingearbeitet. „Abgezählt, pro Seite 13 Logen“. Aufgrund dieser Gestaltung, meint Gmeiner-Wagner, punkten die Ringe bei den Preisträgern – neben der Ehre der Verleihung des Dekrets durch den Kulturminister an sich – auch mit dem emotionellen Moment der Wiedererkennung. „Die Preisträger legen sich den Ring dann auf die flache Hand, drehen ihn und sehen: ,Aha, da auf der Bühne stehe ich immer, und da sind ja wirklich alle Seitenlogen . . .‘ Sie können sich bei der Architektur vom Großen in das Kleine hineindenken.“

(c) Beigestellt Gelbgold. Der ­Ehrenring der Staatsoper wird ebenfalls von ­Juwelier Wagner gefertigt.Gelbgold. Der ­Ehrenring der Staatsoper wird ebenfalls von ­Juwelier Wagner gefertigt. / Bild: (c) Beigestellt 

+ Bild vergrößern



Zentrale Farbe Rot. Auch das Burgtheater lässt seit 2010 seine Ehrenringe von Wagner fertigen. Die gravierten Schriftzüge sind typografisch ebenso an das Haus an der Ringstraße angepasst, wie es beim Ehrenring der Staatsoper der Fall ist. Der Stein ist gleichfalls ein Karneol, der Ring selbst ist aus Weißgold gefertigt.
Der erste Burgtheater-Ring ging an Michael Heltau, der 2010 schon Ehrenmitglied war, das Schmuckstück wurde also nachgereicht. Und anders als bei allen anderen Preisträgern fand die Übergabe im Fall Heltaus nicht auf der großen Bühne, sondern im Schmuckgeschäft statt. Die Junge Burg trat auf einer dort eigens eingerichteten Bühne mit einem Medley auf. „Und uns wurde gesagt, dass noch nie so viele Burg-Schauspieler an einem Ort waren – außerhalb des Burgtheaters.“

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Meistgelesen
    Als Gast kommentieren

    ...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

    *... Pflichtfelder

    Sicherheitscode

    >>>
    Schwer lesbar? Neuen Code generieren

    Verbleibende Zeichen

    Lesen Sie mehr

    • Imposant: Omega neue Produktionsstätte

      Bei Omega stehen die Uhren nicht still: Die zur Swatch Group gehörende Marke eröffnet eine neue Produktionsstätte in Biel – das modernste Werk der Branche.
    • Juwelier Wagner: „Luxus braucht Raum“

      Der Wiener Juwelier Wagner feiert sein 100-jähriges Bestehen. Wir sprachen mit Besitzer Hermann Gmeiner-Wagner über die Herausforderungen für den stationären Handel im Zeitalter des Internets.
    • „Rolex Daytona“: Teuerste Armbanduhr der Welt

      17,75 Millionen Dollar für eine Stahlarmbanduhr? Ja, für eine „Rolex Daytona“, die einst US-Schauspieler Paul Newman gehörte.