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„Rolex Daytona“: Teuerste Armbanduhr der Welt

14.11.2017 | 09:03 |  von Alexander Pfeffer (Die Presse - Schaufenster)

17,75 Millionen Dollar für eine Stahlarmbanduhr? Ja, für eine „Rolex Daytona“, die einst US-Schauspieler Paul Newman gehörte.

„Rolex Daytona“ von Paul Newman ist die teuerste Armbanduhr der Welt. / Bild: (c) Beigestellt 

Sie wird als der heilige Gral der Uhrensammler bezeichnet, denn die Uhr, die am 26. Oktober in New York für die Rekordsumme von 17,75 Millionen Dollar versteigert wurde, gab einer ganzen Generation von Rolex-Modellen der Referenz 6239 ihren inoffiziellen Namen: „Daytona Paul Newman“. Der Schauspieler war immer wieder mit der Uhr abgebildet worden, was das Modell, das von 1960 bis Mitte der Sechzigerjahre hergestellt wurde, bei Sammlern besonders begehrt machte. Die Uhr mit Handaufzug ist von Weitem durch ihr charakteristisches „Panda“-Zifferblatt zu erkennen, das durch schwarze Totalisatoren auf weißem Grund zu seinem Spitznamen kommt. Weitere Besonderheiten sind die Typografie der Zahlen, die winzigen weißen Quadrate als Indexe auf den Totalisatoren sowie die rote Sekundenteilung für den großen Sekundenzeiger.

Paul Newmans Schwiegersohn, James Cox, hatte lange Zeit keine Ahnung, welche Rolle die Uhr, die er 1984 mit 18 Jahren von dem Schauspieler geschenkt bekommen hatte, für Sammler auf der ganzen Welt spielt. In einem Interview mit dem Onlinemagazin Gearpatrol.com beschreibt er den Moment, in dem Newman ihm die Uhr ohne Umschweife überreichte: „Wir waren mit dem Bau eines Baumhauses beschäftigt, als er mich fragte, wie spät es ist. Ich sagte ihm, dass ich keine Uhr hätte, woraufhin er mir seine Rolex reichte und sagte: ,Wenn du sie regelmäßig aufziehst, zeigt sie dir die Zeit recht präzise an.‘“ Newman selbst hatte die Uhr 1968 von seiner Frau, der Schauspielerin Joanne Woodward, bekommen, die die Worte „Drive carefully. Me“ auf der Rückseite hatte eingravieren lassen. Da Newman für sein Leben gern Autorennen fuhr, war die Ermahnung nicht grundlos. Gleichzeitig passte die Uhr, die von Rolex für den Rennsport konzipiert worden war, ausgezeichnet zu Newman und seinem Hobby.

Astronomische Beträge. James Cox wurde erst relativ spät bewusst, dass alle Uhren, die so aussahen wie seine, bei Sammlern den Namen seines Schwiegervaters trugen, und dass es Menschen gab, die bereit waren, für solche Uhren astronomische Beträge auszugeben. Er wagte nicht, sich vorzustellen, was diese Leute für das eine Exemplar zu bezahlen bereit wären, das dem Vater seiner Frau Nell gehört hatte. Das Ehepaar beschloss also im Sommer 2017, die Uhr bei einer Auktion zu verkaufen und den Erlös der Nell Newman Foundation zugutekommen zu lassen.

Die von Aurel Bacs vom Auktionshaus Phillips geleitete Versteigerung von Lot 8 dauerte spannende zwölf Minuten, die mit einem Paukenschlag starteten: Ein anonymer Bieter hatte den Startpreis von einer Million telefonisch auf zehn Millionen schnellen lassen. Bei 15,5 Millionen ließ Bacs dann den Hammer sausen. Der Bieter bezahlt einschließlich der Gebühren fürs Auktionshaus 17,75 Millionen Dollar.

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