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Stilfigur: Besonderheit ist Luxus

22.10.2015 | 20:22 |  Norbert Philipp (Die Presse - Schaufenster)

Alles ist so unendlich gleich. Die Tage sowieso. Besonderheit ist Luxus.

Bild: (c) Beigestellt 

Zum Glück sind da die Geschichten, die zwar meistens ohnehin gleich enden, aber zumindest vor dem Showdown so tun, als wären sie verschieden. Das Schlimme ist: Es gibt sogar Theorien, die alle Handlungsstränge, Drehbücher, Plots und literarischen Stoffe auf nur eine Handvoll Basisstorys zurückführen wollen. Hamlet, Faust und Parzifal sind überall. Womöglich auch im Design dereinst. Zumindest wenn das bemühte Geschichtenerzählen per Designobjekt die Konjunkturkurve nach unten kriegt. Ja, wir wollen zuhören, was uns alle erzählen wollen. Unser Hirn ist auf das Narrative programmiert. Wir brauchen Stoff. Gesprächsstoff. Für die Tischgespräche. Da schadet s nicht, wenn der Tisch selbst der Gesprächsstoff ist. Weil er aus alten Holzpfählen gemacht wurde, an denen die venezianischen Gondolieri ihre Gondeln festzurrten. Keine schlechte Story, die da etwa der Hersteller Riva 1920 erzählt mit seiner "Briccole de Venezia"-
Kollektion. Auch jüngere Labels reden lautstark mit, mit fast ebenso spektakulären Geschichten: Spolia etwa erklärt sich auch gleich etymologisch, denn Spolien sind auch "Baustoffe vergangener Epochen, neu interpretiert". Und da sind wir schon mitten in der Story: Ein Tafelparkett aus einem Wiener Ringstraßen-Palais wurde etwa dank Kooperation mit Francois Gustin zu einem Tisch in einer auf zwölf Stück limitierten Edition. Auch ein 130 Jahre altes Sternparkett wurde in einer
Wiener Beletage geborgen. Ein schöner Prolog für eine Designgeschichte.



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