Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Stilfigur: Moduletto

17.12.2015 | 15:30 |  Norbert Philipp (Die Presse - Schaufenster)

"Du, ich hab schon den Kalender für 2016", erzählt der digitale Analphabet seinem Freund, dem Digital Native.

Bild: (c) Beigestellt 

Der hat natürlich sämtliche partiellen Sonnenfinsternisse und Fenstertage der nächsten hundert Jahre mit einem Wisch vor Augen. Die Digitalisierung, unser gemeinsamer Freund und Feind, versucht sich ziemlich frech alles, was Papier ausmacht, unter den Nagel zu reißen. Den Papierkorb haben die Computer schon gekidnappt, er steht dort, wo längst kein Papier mehr ist: am Desktop, der virtuelle Schreibtisch, auf dem ja getippt wird, nicht geschrieben. Und die "Dokumente" werden in "Ordner" und "Archive" abgelegt. Verwegene Charme-Digitalisierungsversuche! Es raschelt sogar, wenn man virtuell etwas wegwirft und PDFs "durchblättert". Papier ist wie Polaroid-Fotos: ziemlich verbindlich. Das scheint im digital-unverbindlichen Credo Stärke und Manko gleichzeitig zu sein. Und mutige Menschen analogisieren jetzt mit ihren Ideen zurück. Michele Falchetto etwa. Er neutralisiert geschickt den größten Vorteil der digitalen Kalender, die Flexibilität. Mit einem Gummiband, das auch das Jahr, das es zusammenhält, elastisch macht (moduletto.com). Und offen für unerwartete Abzweigungen.Im Lieferumfang enthalten: Unsichtbar eingebaute Verschnaufpausen beim Blättern und beim Adaptieren. Jeder Eintrag, eine kleine Gedankenbremse, so wertvoll-entspannend wie das Wechseln der Tintenpatrone.

Weitere Kolumnen finden Sie auf Schaufenster.DiePresse.com/stilfigur

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode

>>>
Schwer lesbar? Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Lesen Sie mehr