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Von Basel bis Eindhoven: Folge der Form

10.01.2013 | 16:11 |  Norbert Philipp (Die Presse - Schaufenster)

Das gute Design zieht auch 2013 rund um die Welt – zu Messen, Festivals und Events. Und wer sich für Design interessiert, reist mit.

Von selbst kommt das Design nicht. Man muss es sich schon holen. Oder zu ihm hinfahren. Und wem die Designadressen nahe dem eigenen Lebensmittelpunkt nicht weit genug sind: Events, die sich mit Design überschreiben lassen, gibt’s das ganze Jahr über. Und die passenden Destinationen dazu quer über den ganzen Planeten.

Schon im Jänner (14. bis 20.) macht sich die Designszene, jene der Möbel vor allem, in Köln für das neue Jahr warm: Die IMM Cologne versucht gar nicht erst, sich in Sachen Protz, Prunk und aufgespielter Wichtigkeit mit dem „Salone del Mobile“ in Mailand zu messen. Zweitwichtigste Möbelmesse – das ist Köln wichtig genug. Hier wird Business gemacht, in Mailand Show. Und auf der anderen Rheinseite, von der Messe in Köln Deutz gesehen, dort wo der Dom steht, das Belgische Viertel liegt, und das selbsterkorene Kreativquartier Ehrenfeld versucht, sich zu etablieren – dort streut das Designfestival „Passagen“ 190 Events und Ausstellungen in den Stadtraum. Dazu gehört auch die Ausstellung „Isn’t it romantic“ im Kölner MAKK, die von Tulga Beyerle, Direktorin der Vienna Design Week, kuratiert wurde.

Schaulustig. Messen kann sich Köln auch nicht mit Mailänder Hotelpreisen: Wenn’s im April (9. bis 14.) dann richtig wichtig wird, zahlt man gerne auch 120 Euro für eine Matratze in der Jugendherberge. Das Design ist schuld. Oder der „Salone del Mobile“ und alles, was drumherum passiert. Und das ist so viel, dass man im Grunde gar kein Zimmer bräuchte. Ein Schwall an Neuem, Kommerziellem und Experimentellem saugt sich eine Woche lang in der Stadt fest. Genauso wie zehntausende Besucher.

Zwei Monate später im Juni zeigt sich Design auf Berlinerisch: in der Dauerschleife des permanenten Aufbruchs und der Veränderung. Tempelhof, der alte Flughafen, breitet seine mächtigen Gebäudeflügel aus. Und bittet das Produktdesign in seine Hallen (vom 5. bis 9. Juni): Die DMY Berlin ist da. Währenddessen formatieren Designsammler, Kuratoren und Kritiker schon die Foto-Speicherkarten. Denn ab 10. Juni zeigen sich die Designgaleristen mit ihren besten Stücken. Auf der Design Miami/Basel. Dort darf sich die Designkultur einmal in Ruhe avantgardistisch vorwagen.

Nach der Sommerpause wird der Design-Kalender wieder dichter. Ab 27. September ist Wien wieder selbst Design-Destination: mit der Vienna Design Week.  Danach überschlagen und überlappen sich die Design-Ereignisse. Wer die unkonventionellen, unkommerziellen Zugänge sucht, schaut gern in der zweiten Oktoberwoche nach Eindhoven, zur Dutch Design Week. Und wem die Lücken zwischen den Highlights zu groß sind, der fährt zum Design-Leuchtturm selbst: Nach Weil am Rhein, ins Vitra Design Museum. Bis 3. Februar zeigt es noch eine Ausstellung zum „Pop Art Design“. Ab 10. August zeigt die Schau „Learning from Vernacular“, wie sich weltweit Bauten an ihre geografischen und klimatischen Bedingungen angepasst haben. Und was die zukünftige Architektur davon lernen könnte.

TIPP
Designmuseum. Die Ausstellungen des Vitra Design Museums wandern auch. Wohin, steht unter www.design-museum.de

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