Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Architekturfilme unter freiem Himmel: Stadtplanung für alle im AzW

08.08.2017 | 09:45 |   (Die Presse - Schaufenster)

Das Open-air-Sommerkino des Architekturzentrum Wien zeigt ab Mittwoch im Museumsquartier Filme zum "Kampf um die Stadt".

Bild: (c) Hertha Hurnaus 

Für eine Entwicklung der Städte zur Lebenswelt für alle und gegen Architektur als Statussymbol tritt der diesjährige "Architektur.Film.Sommer" des Architekturzentrum Wien (AzW) ein. Unter dem Titel "Kampf um die Stadt" werden jeden Mittwoch im August unter freiem Himmel Filme gezeigt, die anhand von heimischen und internationalen Projekten die Auswirkungen von Stadtplanung thematisieren.

Aktuelle und historische Kämpfe um lebenswerte Städte stehen also im Mittelpunkt des Open-air-Kinos, das zum fünften Mal stattfindet. Im Hof des AzW im Museumsquartier werden ab 9. August in Kooperation mit "wonderland - platform for european architecture" Dokumentar-, Kurz-und Experimentalfilme gezeigt, die aus 125 internationalen Einreichungen ausgewählt wurden.

New York, Innsbruck und Südafrika

Der Eröffnungsabend "Die Zukunft von Gestern" widmet sich den realisierten und nicht-realisierten Ideen der Stadtplanung der Nachkriegszeit. Im Hauptfilm "Citizen Jane: Battle for the City" (USA 2017) untersucht Regisseur Matt Tyrnauer die Stadt New York der Gegenwart durch die Brille von Jane Jacobs, die in den 1960er-Jahren die Auswirkungen der Umstrukturierung von Städten nach den Prinzipien der Moderne analysierte und mit dem Buch "The Death and Life of Great American Cities" für Aufruhr sorgte.

Eine Woche später - am 16. August - beschäftigt sich das Festival mit einem heimischen historischen Siedlungsprojekt und zeigt als Hauptfilm "Stalingrad - Geschichten einer Innsbrucker Siedlung" von Melanie Hollaus (AT 2015). Die ab den späten 1920er-Jahren entstandenen Wohnblocks mit dem inoffiziellen Namen "Stalingrad" waren vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten und Kriegsheimkehrer vorgesehen und sind ein Beispiel für die unterschiedlichen Innen- und Außenperspektiven auf Wohnraum: Während der Ruf der Siedlung nie gut war, wurden innerhalb der Siedlung Nachbarschaftshilfe und enger Zusammenhalt geschätzt.

Der Film "Rast" von Iris Blauensteiner (AT 2016), den das Festival am 23. August zeigt, erzählt vom Leben in permanenter Bewegung und minimalem privatem Lebensraum - auf einer Lkw-Raststätte und einem Campingplatz. Geteilte Infrastruktur ist auch das Thema des Films "Gente dei bagni" (IT 2015, Regie: Stefania Bona und Francesca Scalisi), der jene Menschen porträtiert, die auf die letzte öffentliche Badeanstalt Turins angewiesen sind.

Nach einer Reise zu den leer stehenden Fußballstadien an den letzten beiden Worldcup-Standorten Brasilien und Südafrika ("The March of the White Elephants", BR/ZA 2015, Regie: Craig Tanner) endet der "Architektur.Film.Sommer" am 30. August mit einen Blick in die Zukunft: In "Das Ihme-Zentrum - Traum Ruine Zukunft" (D 2016) spinnen Constantin Alexander und Hendrik Millauer Ideen für die Revitalisierung eines gescheiterten deutschen Wohnprojekts der 1970er-Jahre.

Tipp

Open-air-Kino "Architektur.Film.Sommer" im Architekturzentrum Wien, jeden Mittwoch im August. Details: www.azw.at

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Meistgelesen
    Als Gast kommentieren

    ...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

    *... Pflichtfelder

    Sicherheitscode

    >>>
    Schwer lesbar? Neuen Code generieren

    Verbleibende Zeichen

    Lesen Sie mehr

    • Infrastruktur: Zeig, was du kannst

      Infrastruktur muss sich nicht mehr verstecken. Und wenn sie Energie gewinnt, darf sie sogar auch mal Kathedrale sein.
    • Craft-based Design: Handwerk ist Kopfsache

      Die Hände denken mit. Wie das funktioniert, zeigen ein Buch und ein Design-Studiengang.
    • Architektur der Täuschung

      Häuser, die nur so tun, als ob: Für das Projekt „The Potemkin Village“ beschäftigte sich der Fotograf Gregor Sailer mit der absurden Welt der seelenlosen Oberfläche.