Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren

Kneippen zuhause: Die neuen Home-Spas

17.04.2018 | 12:06 |  Norbert Philipp (Die Presse - Schaufenster)

Gesprüht, gegossen, geschüttet: Designer und neue Technologien machen aus Tropfen Perlen und aus Badezimmern Spas.

Benetzt. „Powderrain“ von Axor verspricht mikrofeine Wasserstrahlen. / Bild: (c) Beigestellt 

Wasser ist wandelbar. Und gerade dort, wo es zutage tritt, aus den verborgenen Rohren, den versteckten Leitungen, sind die Gestalter in ihrem Element: im Badezimmer. Oder in jenem Raum, der früher das Badezimmer war und heute manchmal gut und gern Wasserpark heißen könnte. Vor allem, wenn sie einige der zahlreichen Konnotationen beschwören, die poetischen vor allem, die Wasser nun einmal so mitspült, wenn es in die Wohnung fließt. Poesie und Pragmatik sind aber nicht immer Schwestern. „Putzen muss man es ja auch“, hört man dann die innere Mutterstimme sagen. Doch trotz funktional-hygienischer Ansprüche haben sich viele Badezimmer zu Oasen der Ästhetik gewandelt, vor allem in Räumen, in denen man nicht zu Hause ist. In vielen Hotels sind die Nassräume die Highlights. Die ratlosen Minuten vor Armaturen, die man noch nie zuvor gesehen hat, gehören zum „Wir schlafen auswärts“-Erlebnis.

(c) Beigestellt WasserWelt. Im Badezimmer ist auch die innere Reinigung, von Stress vor allem, angesagt. WasserWelt. Im Badezimmer ist auch die innere Reinigung, von Stress vor allem, angesagt. / Bild: (c) Beigestellt 

+ Bild vergrößern

Private Wassersphäre. Doch daheim ist daheim. Und dort sind inzwischen längst die verschiedensten Darreichungsformen von Wasser, abseits von Glas, Karaffe und Schüssel, zu Hause: Die Herstellerfirmen haben sie dort hingebracht. Ihre Ingenieure lassen das Wasser perlen, sprühen wie die Gischt an der Felsküste oder aus Wolken regnen wie in den Tropen.

Der Hersteller Dornbracht etwa forciert auch die Wandlung des Badezimmers zum Gesundheitsresort des Vertrauens: Mit Technologien, die Wasserstrahlen so modellieren, dass sie genau das auslösen, was gerade gewünscht ist. Bei Mattheit Aktivierung. Bei zu viel Aktivierung Entspannung. Manchmal kommt das Wasser punktgenau mit Druck. Manchmal fein wie ein Sprühregen.

Kneippen zu Hause. Das entsprechende Wasserszenario, passend zur eigenen Verfassung, löst man einfach per Knopfdruck aus. Mal tropft es, mal perlt es, mal rauscht es. Bei der „Vertical Shower“ werden durch verschiedenste Auslassstellen und Auslassarten Körperstellen von Kopf bis Fuß so stimuliert, wie es gerade guttut. Mal sanft, mal druckvoll. So tanzt das Wasser in unterschiedlich abrufbaren Choreografien über den Körper.

Auch Kneippanwendungen gehören in der Welt von Dornbracht inzwischen zum Verkaufs- und Zukunftsmodell „Gesundheitsvorsorge im eigenen Zuhause“. Dafür entwickelte man ein Gießrohr, das als Ergänzung zur konventionellen Armatur Wasser spendet. Mit Arm- und Gesichtsgüssen wirkt auch so mancher Alltagsstress wie weggewaschen. Auch Fußbäder erweitern das Feld, das die Hersteller nun unter dem Titel „Private Spa“ besetzen, sie dienen etwa zur Stimulation der Fußreflexzonen, fördern die Durchblutung, regen den Kreislauf an.

(c) Beigestellt Punktuell. Die „Vertical Shower“ von Dornbracht stimuliert, wo man will. Punktuell. Die „Vertical Shower“ von Dornbracht stimuliert, wo man will. / Bild: (c) Beigestellt 

+ Bild vergrößern

Feine Filme. Gestalter formen die Wege des Wassers bis zu jenem Punkt, an dem es in Erscheinung tritt. Und die Technologien sind es, oder auch die Ingenieure, die jahrelang im Millimeterbereich feilen. Sie formen das Wasser bis zu jenem Punkt, an dem es mit der Haut des Menschen in Kontakt tritt. Beim Hersteller Axor etwa haben so einige Hirne auch ausgiebig überlegt, wie sie den Körper mit einem feinen Sprühwasserfilm ummanteln können. Dazu mussten sie nur in jahrelanger Forschung die Silikondüsen richtig anordnen, bemessen und zueinander arrangieren, damit das Wasser leicht wie ein Nebel wird und sich trotzdem richten lässt. Bei der Dusche „Powderrain“ reduzieren sich die Tropfen auf feinste Perlen. Dadurch werden sie so leicht, dass sie auf der Haut haften, statt wegzuspritzen. Mikrofeine Strahlen benetzen so die Haut und umhüllen sie wie ein wohliger Wassermantel.

Weitere Ideen für ihr ganz persönliches Home-Spa:

Tröpferlweise: Badmöbel

Alle 6 Bilder der Galerie »

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Artikel drucken Artikel versenden Artikel kommentieren Facebook Twitter Pinterest
Meistgelesen
    Als Gast kommentieren

    ...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

    *... Pflichtfelder

    Sicherheitscode

    >>>
    Schwer lesbar? Neuen Code generieren

    Verbleibende Zeichen

    Lesen Sie mehr

    • Fahrräder: Trends, die ins Rollen kommen

      Unterwegs zum Sehnsuchtsort: Der Liebe zum Fahrrad und was daraus werden kann, geht eine Ausstellung nun auf die Spur.
    • Aus Beton: Die Liebe zur Rohfassung

      Am Georgenberg in Wien türmen sich die Klötze: Die Wotrubakirche als Bollwerk aus Beton. Den meisten Architekturen des „Brutalismus“ schlägt weniger Zuneigung entgegen als dem ikonischen Gotteshaus aus den 1970er-Jahren.
    • Dorotheum versteigert Möbel von Katharina Schratt

      Gleich zwei berühmte Schauspielerinnen sind auf diesen Antiquitäten gesessen, eine davon war die Geliebte Kaiser Franz Josephs. Am 26. April kommen sie unter den Hammer.