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Kim Thomé gestaltet Swarovskis Home Kollektion

24.10.2017 | 10:02 |  von Norbert Philipp (Die Presse - Schaufenster)

Licht, Farbe und Reflexion: Der Designer Kim Thomé formt Swarovski-Kristall zu Wohn-Accessoires.

Grafisch. Kim Thomé stammt aus ­Norwegen, arbeitet in East-London. / Bild: (c) Beigestellt 

Festlegen? Schon gar nicht sich selbst. Mal ein Unikat für eine Designgalerie, mal eine grafisch-skulpturale Installation an einer Hauswand, die als urbaner Katalysator ein Londoner Stadtviertel aufwerten soll. Oder auch mal Wohn-Accessoires, die auch – zumindest in kleinere – Serie gehen. Kim Thomé hält sich gern sein Designuniversum offen – das Festlegen, das machen die anderen ganz von selbst, die Designblog-Leser, die Schauraum-Schauer, die Katalog-Blätterer. Schließlich will man doch Verbindungen herstellen zwischen den Dingen, Ähnlichkeiten erkennen, Analogien ziehen.

(c) Beigestellt Installation. Die Skulptur „Zotem“ ragte 18 Meter hoch in den Raum. Installation. Die Skulptur „Zotem“ ragte 18 Meter hoch in den Raum. / Bild: (c) Beigestellt 

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Auch für Kim Thomé ließe sich so eine typische gestalterische Merkmalshäufung feststellen. Obwohl er es selbst gar nicht darauf anlegt, für irgendwas typisch zu sein. Der Norweger, gestalterisch sozialisiert in England, bedient, ohne es zu wollen, die Rubrik „Skandinavisch“. Denn wo sich bunte Dreiecke und andere geometrische Figuren zu Mustern aneinander reihen, da vermutet man gern Urheber aus dem Norden. Bei Kim Thomé liegt die Ursache vielleicht eher darin, dass Grafikdesign fast auch seine Disziplin geworden wäre, wie er im Gespräch mit dem „Schaufenster“ erzählt. Doch irgendwie war ihm das Zweidimensionale dann doch zu flach.

Er suchte die körperhaften Geometrien, dreidimensionale Dinge, Produkte oder Volumina, die gerne auch mal 18 Meter hoch ragen dürfen – wie die imposante Installation, die er für Swarowski im Jahr 2015 beim London Design Festival verwirklichen durfte. „Zotem“ heißt das Projekt, das später auch nach Shanghai weiter tingelte. Eine lichtdynamische Installation, angefertigt aus 206 Kristallen. Doch aller Anfang ist flach: „Natürlich beginnt auch im Design alles im flachen Zustand. Mit einer Zeichnung. Aber eigentlich bin ich auch ein recht schlechter Zeichner. Bei mir entstehen die Entwürfe mit den Händen in ‚real-time‘ quasi“, erzählt Thomé. Auf dem Royal College of Art in London, dort wollte er auch lernen, den künstlerischen Maßstabssprung zu beherrschen, inspiriert von Kunst-Kapazundern wie Olafur Eliassion oder James Turell. Inzwischen hüpft Thomé hochprofessionell zwischen kleineren, selbstauferlegten Projekten und großen Herausforderungen für große Hersteller hin und her. Nadja Swarovski stolperte über die Design-Ästhetik des Norwegers in London, fädelte erste Projekte ein. Das Swarovski-Material, Kristall, wie gemacht für Thomés Zugang. Schließlich ist Kristall ein eigener Mikrokosmos der Lichtbrechung, Illusion und Reflexion. Themen, mit denen sich der Norweger seit jeher gerne in seinen Entwürfen beschäftigte.

(c) Beigestellt Kerzenhalter. „Plinth“ aus der Atelier Swarovski Home Collection. Kerzenhalter. „Plinth“ aus der Atelier Swarovski Home Collection. / Bild: (c) Beigestellt 

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Nur ein paar Zentimeter über der Oberfläche, egal ob Coffee-Table oder Konsolen-Tisch, erheben sich die kleineren Objekte, die Thomé für Swarovski gestaltet hat. Für die Atelier Swarovski Home Kollektion, die Nadja Swarovski erstmals 2016 in Mailand präsentierte. Thomé ist dabei in prominenter Gestalter-Gesellschaft. Auch Daniel Libeskind und Ron Arad etwa haben Entwürfe beigetragen. Für die Kristall-Wohnaccessoires legte Thomé wieder einen verdächtig skandinavischen Zugang: Schließlich gehört Licht zur Standarddisziplin nordischer Designer. Vor allem auch jene Objekte, die Licht fassen, das in bereits dunkle Winternachmittage flackern darf, das Kerzenlicht. „Plinth“ heißen die Kerzenhalter, die rostfreien Stahl als Basis, mit buntem Kristallring verbinden. Um nicht dem Licht allein den atmosphärischen Beitrag zur Wohnästhetik zu überlassen.

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