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Die Vorkocherin: Kartoffelgulasch

20.11.2013 | 16:01 |  Christina Lechner (Die Presse - Schaufenster)

Gulasch ist Gulasch, auch wenn sich diesbezüglich die Meinungen spalten.

 

Vom Wiener Saft- oder Rindsgulasch konnte sich das Kartoffelgulasch bisher nicht emanzipieren. Das fällt schon in der Redaktion auf. „Das ist kein richtiges Gulasch" ist die österreichtypische Reaktion auf die Erdäpfelvariante. So auch die meiner Kollegin, deren Einladung zum vegetarischen Kartoffelgulasch bei ihren Gästen zu langen Gesichtern führte.

  

Dabei gibt es kein richtig oder falsch, solange es schmeckt. Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern vor allem angesichts der Vielzahl an Abwandlungen des Ragout-Gerichts, der politisch korrekteste aller Ansätze.

Denn im Zuge meiner Recherche stieß ich nicht nur auf das Fiaker- oder Herrengulach, das mit frittierten oder gebratenen Frankfurter, einem Spiegelei, Gewürzgurken und Semmelknödel serviert wird, sondern auch auf ähnlich (alt-)österreichisch anmutende Besonderheiten wie das Kaisergulasch (aus Rindslungenbraten zubereitet), Esterházy-Gulasch (Sauerrahm, Kapern und Wurzelwerk) und Andrássy-Gulasch (Gulasch mit Fleckerl und Speck).

  

Aber nun zum wenig herrschaftlich klingenden Kartoffelgulasch. Für das spricht vielleicht nicht der Name, doch die sind ja bekanntlich Schall und Rauch.

Zutaten (für 3-4 Personen):

  • 1,5 große Zwiebel
  • 500 gr. Kartoffeln
  • Debrezinerwürstel (3 Paar), optional können auch Frankfurter oder Braunschweiger verwendet werden
  • Tomatensauce
  • Gemüsebrühe
  • Öl
  • Essig
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Chilipulver, Majoran

  

Zubereitung:

Kartoffel waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen, würfelig schneiden und in Öl sowie etwas Paprikapulver glasig werden lassen. Mit Essig ablöschen und die Kartoffel zugeben. Etwas anbraten und mit Gemüsebrühe ablöschen, ein paar Minuten kochen lassen, danach Tomatensauce sowie Gewürze zugeben und auf niedriger Temperatur garen lassen. Nach 15 bis 20 Minuten die Debreziner-Würstel dazugeben und nochmals kurz kochen lassen.

Fazit:

Das Kartoffelgulasch ist besser als sein Ruf. Die kurze Kochzeit spricht für das Gericht, ebenso dass es am besten aufgewärmt schmeckt. Ideal zum "vorkochen" geeignet.

 

 

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3 Kommentare
abrakadabra01
23.01.2014 10:40
0 0

DANKE

liebe Mitposter.
Ob dieser nordgermanischen Sprachanbiederung wird mir wird mir die Sahne in der Kraftbrühe sauer.
A ja und auch die Gemüsebrühe gibts bei mir nicht, seit ich schreiben und lesen kann.
Vielleicht sollte ich doch statt der Presse die BamS abonnieren , fast kein Unterschied mehr....

Gast: Erdapfel
21.11.2013 11:02
0 0

Nettes Rezept aus Deutschland

Wird nur sehr schwer sein in Österreich Tomaten und Kartoffeln zu bekommen ;-) Aber ja die Presse ist halt international

Horst Preisinger
21.11.2013 16:21
0 0

Re: Nettes Rezept aus Deutschland

Es wäre schön, wäre es schwer Tomaten und Kartoffel zu bekommen. Es ist es leider nicht mehr.
Verwerflich finde ich nur über eine "österreichische" Gulyas-Variante zu schreiben und zu glauben man müßte norddeutsche Idiome verwenden um feiner zu klingen. Offensichtlich ist die Autorin eine jener Journalistinnen die "zur" Schule gingen.

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