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Lokal-Kolorit: Depot

21.04.2017 | 13:54 |  von Anna Burghardt (Die Presse - Schaufenster)

Museumsküche hinter der Sicherheitslinie.

Bild: (c) Christine Pichler 

Die Sache mit dem Richter ist natürlich reiner Zufall. Aus der Richtergasse kommt das neue Kochduo des Lokals im Hofmobiliendepot, und ein Richter, nämlich ein „Internationaler Richter der chinesischen Küche“, war der Vorgänger hier: Zhang Guozhu führte im Hofmobiliendepot in Wien-Neubau von 2004 bis 2016 gemeinsam mit seiner Frau Deng Caizhu das Restaurant Zum Kaiserlichen Thron. Man widmete sich der Sichuanküche, mit Dingen wie Quallensalat, Blütenteigtaschen, Tintenfisch mit Erdnüssen und Chili oder komplex scharfen Enteneiern in Zypressenblättern. Als der Kaiserliche Thron eröffnete, war Wien mit Sichuanküche leidlich versorgt, mittlerweile darf man über die Dichte zufrieden sein – unter anderem dank Lokalen wie Kiang Dine and Wine, China Kitchen No.27, Ostwind oder Chinabar an der Wien.

Samir Masic und Dusko Novakovic wiederum hatten seit 2007 das Lokal Beim Nowak in der Richtergasse. Nun übernahmen sie gleich ums Eck die Hofmobilienadresse, sprich: das neue Museums-Café-Restaurant namens Depot. Goldene Prachtspiegelrahmen versenkte man in gewissenhaft abgemessenen Vertiefungen in der taupefarbenen Lamperie, Ausstellungsplakate, weiße Eames-Stühle und zu viele schwarze Pendelleuchten des Designerbrüderpaars Bouroullec komplettieren das neue Outfit.

(c) Christine Pichler / Bild: (c) Christine Pichler 

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Die Küchenlinie des Depot zeigt sich deutlich verwaschener und ängstlicher als jene der Vorgänger Zhang und Deng, sie passt noch nicht ganz zum recht feschen Lokal. Einerseits bietet man, da Touristenadresse, Gerichte wie Schinkenfleckerl, Gulasch, Sacherwürstel. Zweitens, da Museumscafé, natürlich Burger – mit Rindfleisch oder Pulled Pork –, Gemüsecurry, Büffelmozzarella mit Rucola sowie Beef Tatar (mit Zwiebelringen belegt und motiviert papriziert). Drittens, da Spargelzeit: Spargelcremesuppe, die so solide schmeckt, wie eine Spargelcremesuppe in einem soliden Museumscafé eben solide schmeckt, weiters knusprigen Oktopus mit Spargel sowie Kichererbsencreme mit Räucherlachs und Spargel. Das geschmorte Kalbsschulterscherzel war butterbabyweich, zum Süßkartoffelpüree und zum Spinatsalat lässt sich schlicht nichts sagen außer: war auch dabei. Das Mittagsmenü um 8,90 gibt ordentlich aus, und so ein Cremespinat mit Erdäpfelröster und zwei Spiegeleiern ist an einem Aprilmuseumstag mit Schlagseite Regen ohnehin das Beste. Auch wenn ihn der konfuse Kellner trotz Nachfragens gleichzeitig mit der Vorspeise bringt.

Info

Depot, Andreasgasse 7, 1070 Wien. Tel: 01/5222246, Küche: Di–Sa 12–22, So 10–18 Uhr.
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