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Zeus: Kollagen aus der Dose

03.08.2017 | 18:04 |  Von Köksal Baltaci (Die Presse)

Mit seinem neuen Protein-Soda-Getränk hat der Niederösterreicher Michael Grossmann eine Nische im hart umkämpften Getränkemarkt gefunden.

Michael Grossmann im Lager seines Unternehmens in Wien Donaustadt. / Bild: (c) Stanislav Jenis 

Es ist weder ein Energy Drink noch ein reines Sportgetränk. Limonade trifft es auch nicht ganz, denn wie viele typische Limonaden beinhalten Proteine, (essenzielle) Aminosäuren, Kollagen und sind zucker- sowie kohlenhydratfrei? „Eigentlich passen wir nirgendwo hinein“, sagt Michael Grossmann. Der 26-jährige gebürtige Niederösterreicher ist Erfinder des Getränks Zeus, eines „kohlensäurehaltigen Softdrinks auf Wasserbasis“, wie er es nennt.

Seit wenigen Monaten auf dem Markt, wurden in Österreich und Deutschland bereits mehr als eine halbe Million Dosen verkauft. Nach den ersten beiden Wochen war es in Geschäften wie Hofer, Billa und Merkur ausverkauft, der Break-even, also die Gewinnschwelle, wurde bereits nach vier Wochen erreicht.

Die Idee für ein solches Produkt trägt Fitnesscoach Grossmann seit einigen Jahren mit sich herum. „Ich wollte ein Getränk für Sportler, das nicht erst gemixt werden muss und vor allem gut schmeckt“, sagt der Jungunternehmer. „Ein Getränk, das nach körperlicher oder auch geistiger Anstrengung nicht nur den Durst löscht, sondern bei der Regeneration der Muskeln hilft und den Zellerneuerungsprozess fördert.“

Hier kommen neben Magnesium und Vitaminen die Proteine sowie vor allem essenzielle Aminosäuren (Isoleucin, Leucin, Valin) ins Spiel, die mit gewöhnlicher Nahrung kaum aufgenommen werden können. Und natürlich das – bisher hauptsächlich in der Beautybranche eingesetzte – Kollagen, das die Erneuerung von Zellen (etwa der Haut, Haare, Knochen, Zähne etc.) anregt und dabei hilft, Verletzungen vorzubeugen, indem es Bänder und Sehnen elastischer sowie strapazierfähiger macht. Klinische Studien belegen diese Wirkung.

„So gesehen ist Zeus ein flüssiges Nahrungsergänzungsmittel“, sagt Grossmann. „Mir ist aber auch wichtig zu sagen, dass es kein Allheilmittel ist. Es enthält einfach einige Stoffe, die man für gewöhnlich schwer über die Nahrung zu sich nimmt. Und ist dabei komplett zuckerfrei.“

Ein Konzept, das auch den Besitzer eines großen Getränkeherstellers in Österreich überzeugte, der Grossmann von Beginn an bei der Herstellung und beim Vertrieb unterstützte. Mittlerweile hat zudem der burgenländische Winzer Leo Hillinger in das Unternehmen investiert. Erhältlich ist Zeus neben den genannten Supermärkten online unter www.zeus-soda.com. Eine Dose kostet 1,50 Euro.

Zweiter Geschmack in Entstehung

Bisher gibt es nur eine Geschmacksrichtung (Grapefruit), derzeit wird an einer zweiten getüftelt, sie soll im Herbst auf den Markt kommen. Welche das ist, will Grossmann noch nicht verraten.

Darüber hinaus ist sein nächstes großes Ziel die Etablierung auf dem gesamten deutschen Markt, auch in Russland wird Zeus derzeit testweise angeboten. Weitere Länder sollen folgen. Eine Ausweitung der Bestandteile auf beispielsweise Riegel plant der 26-Jährige nicht – zu groß sei in diesem Bereich die Konkurrenz.

„Lieber konzentrieren wird uns auf den Getränkemarkt, wo wir mit Zeus gerade die Vorreiter einer neuen Richtung sind“, betont er. „Diesen Schwung wollen wir mitnehmen und das Unternehmen schrittweise entwickeln. Und zwar von Österreich aus.“

Denn Zeus ist ein durch und durch heimisches Produkt. Von der Herstellung über die Abfüllung bis zum Vertrieb kommen ausschließlich österreichische Unternehmen zum Zug. Grossmann: „Das war mir von Anfang an sehr wichtig, denn wenn es um Fitness und Gesundheit geht, darf man auch auf Nachhaltigkeit sowie Regionalität nicht vergessen.“

Zur Person

Jungunternehmer. Der 26-jährige Michael Grossmann aus Niederösterreich absolvierte nach der Matura eine Ausbildung zum Fitnesscoach und brachte im April dieses Jahres sein Protein-Soda-Getränk Zeus auf den Markt, einen kohlensäurehaltigen Regenerationsdrink für Sportler. In den ersten Monaten wurden in Österreich und Deutschland bereits mehr als eine halbe Million Dosen verkauft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2017)

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