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CreativeClass London: Carolin Holzhuber

14.06.2016 | 16:11 |   (Die Presse - Schaufenster)

Mit manchen ihrer Entwürfe will die in London lebende Wienerin ausloten, ob der Alltagsgegenstand Schuh auch als skulpturales Objekt funktionieren kann.

Bild: Jordi Leonardi 

Die Schuhe von Carolin Holzhuber bleiben im Gedächtnis. Und sei es, weil man im Showroom oder beim Durchblättern ihrer Lookbooks fast versucht sein könnte, an das Märchen vom Aschenputtel zu denken. Auserwählte Avantgardeprinzessin wird sein, wer in den Kreationen der jungen Österreicherin festen Schrittes zu gehen vermag.
Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich die Designerin, die zunächst an der einstigen Wien-Expositur der Kunstuni Linz in Hetzendorf studierte, ehe es sie für ein Masterstudium nach London zog, wahrlich nicht beklagen. Denn, wie gesagt: Ihre atemberaubenden Entwürfe bleiben im Gedächtnis und sind genau das, was in Modemagazinen für avantgardistische Editorials gebraucht wird.

Warum und wann hast Du Dich auf Schuhe spezialisiert?

Ich habe mich schlichtweg in die handwerkliche Arbeit verliebt und in all die Schritte, die aus einer 2-D-Idee ein 3-D-Objekt entstehen lassen. Der kreative Prozess des Entwerfens ist die Kopfarbeit; ich recherchiere, lese, sammle Eindrücke - und all das bringe ich dann in Form von Skizzen zu Papier. Es ist aber ebenso faszinierend, was man mit seinen eigenen Händen erzeugen kann. Die handwerkliche Arbeit ist mein Ausgleich zur Denkarbeit.

Jessica Michault for Nowfashion.com / Bild: Jessica Michault for Nowfashion.com 

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Du entwirfst sehr experimentelle Schuh-Objekte. Wie wichtig ist für dich das Kriterium der Tragbarkeit?

Während meines Studiums wollte ich ausprobieren, was möglich ist, und innovatives Design kreieren; überprüfen, inwiefern ein Paar Schuhe ein Kunstobjekt werden kann oder wie die Bedeutung eines Schuhs neu ausgelotet werden kann.
Dennoch war es mir wichtig, dass die Schuhskulpturen am Fuß ästhetisch wirken und den Träger auf eine Art Podest erheben. Zumindest zu stehen ist mit allen Modellen möglich, wenn auch nicht einfach.

Thomas Reinberger / Bild: Thomas Reinberger 

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Wirst Du künftig für die bessere Vermarktbarkeit Deiner Schuhe den Grad des Experimentellen wieder etwas reduzieren? Oder sollen zwei Ebenen parallel laufen, das Künstlerische und das "Alltagstaugliche"?

Ich möchte die zwei Ebenen vereinen. Einerseits ist es ein Ziel, das Experimentelle zu reduzieren, sodass meine Schuhe leichter getragen werden können. Das bin ich, denke ich, denjenigen schuldig, die meine Schuhe mögen. Andererseits reizt es mich nach wie vor, den Schuh als eine Art Kunstobjekt zu sehen und als solches zu vermarkten. Manche meiner Modelle sind eher als Objekt, sogar als Skulptur gedacht, die einen Raum schmücken können.

Carolin Holzhuber / Bild: Carolin Holzhuber 

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Du hast in London studiert, lebst und arbeitest dort - wird es dabei bleiben?

Derzeit pendle ich zwischen London und Wien. Wien ist meine Heimatstadt und auch ein Ruhepol. London ist mein Motor. Die STadt ist sehr schnelllebig und ständig in Veränderung. Es ist die Mischung dieser zwei Städte, die mich inspiriert, motiviert und mir dabei hilft, mein Ziel zu erreichen. Ich stehe aber noch am Anfang und daher traue ich mich nicht zu sagen, welche Stadt meine nächste Station sein wird.


Die Schuh-Skulpturen von Carolin Holzhuber sind erhältlich über www.carolinholzhuber.com
(dk)

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