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CreativeClass Wien: Schmuckdesignerin Elisabeth Eigenthaler

23.06.2016 | 13:51 |  abu  (Die Presse - Schaufenster)

Schmuckgestalterin mit einem Faible für verrostete Getränkedosen, Broschen und Mathematik: Elisabeth Eigenthaler hat den Siegelring neu definiert.

Elisabeth Eigenthaler / Bild: Konstantin Taufner-Mikulitsch 

Sie ist oft komplett schmucklos anzutreffen und hat für Fälle des Schmucktragens die Brosche zu ihrem Lieblingsschmuck auserkoren - "die bietet viel Spielraum". Diverse Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu ihrem persönlichen Schmucktrageverhalten könnte Elisabeth Eigenthaler übrigens bestimmt problemlos liefern - sie ist nicht nur Schmuckgestalterin, sondern auch Mathematikerin. Die Wienerin, Jahrgang 1985, schloss im Vorjahr das Kolleg für Schmuckdesign an der Herbststraße als Jahrgangsbeste ab. Schon während des Studiums bezog sie eine Gemeinschaftswerkstatt im siebenten Bezirk, wo sie teilweise bis in die Nachtstunden an ihren unübersehbar architektonisch geprägten Stücken arbeitet. Vorzeigeprojekt ist ihre Version des Siegelrings, Signet.Ring.Reloaded: "Das eigentlich wert- und damit auch machtgebende Element – der Edelstein in Form bekannter Schliffarten – wurde dekonstruiert. Die Umsetzung erfolgte mittels 3D-Technik", beschreibt Eigenthaler diese Arbeit.

Konstantin Taufner-Mikulitsch / Bild: Konstantin Taufner-Mikulitsch 

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Mit dem Siegelring assoziierte Eigenthaler ein Schmuckstück, das gern auch von Männern getragen wird, und das als Macht- und Statussymbol fungiert. Sie fragte sich, warum gerade diese Schmuckform eine solche Anziehungskraft auf Träger und Trägerinnen und deren  Betrachter auszuüben scheint. "In den letzten Jahren, vor allem auch innerhalb eines jüngeren Publikums, scheint der Siegelring ein Comeback zu feiern", beobachtete sie. Den Siegelring als bewährtes und mitunter einschlägiges Kommunikationsmittel ironisierte sie nun mit ihrem Signet.Ring-Reloaded. Schmuck als Kommunikationsmittel, das von verschiedenen Betrachtern unterschiedlich gelesen werden kann, das ist für Eigenthaler generell ein wichtiger Aspekt. Sie reflektiert auch ihr eigenes Schmucktrageverhalten und das von Kollegen. "Gerade auf Vernissagen oder anderen Veranstaltungen innerhalb der Szene werden vermehrt experimentellere Stücke getragen, sicherlich auch als Statement in Bezug auf eine distinktive Funktion."

Elisabeth Eigenthaler  / Bild: Elisabeth Eigenthaler  

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Ein besonderes Faible hat die junge Schmuckgestalterin übrigens für rostige Fundstücke. "Verrostetes Eisen übte auf mich schon jeher einen ganz besonderen Reiz aus. Die Tatsache, dass etwas einst so starres und massives durch natürliche Prozesse plötzlich so fragil und lebendig werden kann, inspirierte mich bereits in einigen meiner Arbeiten." Elisabeth Eigenthaler sammelt leidenschaftlich gerne verrostete Gegenstände, ob Blechdosen beim Wandern im Gebirge oder verrostete Nägel auf den Dächern Wiens. "Nicht nur der ästhetische Aspekt von Rost, aber auch der tiefergehende Gedanke, dass ein Material durch seine Umgebung immer Veränderungen unterworfen ist, wird vermutlich auch in meinen künftigen Arbeiten ein wiederkehrendes Thema sein."

Kontakt: www.facebook.com/elisabeth.eigenthaler

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