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Die Ich-Pleite: Frisierspiegel­beleuchtung

03.02.2017 | 08:46 |  Annemarie (Die Presse - Schaufenster)

Der Friseurbesuch wird immer teurer!

 

Dafür gibt es nur eine Erklärung: Die Friseure bekommen eine Provision für ihre Frisierspiegel­beleuchtung. Je mehr Tageslicht und je stärker es von oben kommt, desto mehr Provision bekommt der Friseur. Wenn er es schafft, dass die Kundin durch die Anbringung und Beleuchtung des Spiegels zehn Jahre älter aussieht, bekommt er einen Sonderbonus. Und sollten die Friseure noch nicht für ihre Vermittlungsdienste an die Beauty-Industrie bezahlt werden, wäre diese Kolumne vielleicht ein guter Tipp für sie!?

Während also der Kundin unter der Operationslampe die Haare geschnitten werden, sitzt sie für eine Stunde ihrer Zukunft als Urgroßmutter gegenüber. Da kommt sie natürlich auf kostspielige Selbst­optimierungsideen. 80 Euro für einen Besuch bei der Kosmetikerin, damit die Unreinheiten an Kinn und Nase und der Wildwuchs um die Augenbrauen verschwinden. 150 Euro, wenn sich die Kundin auch noch mit einem geheimnisvollen Anti-Aging-„Laser“ über das Gesicht rollen lässt. Dazu schwatzt ihr die Kosmetikerin noch um 300 Euro hochwirksame, um 0,001 mm Faltentiefe-reduzierende, wissenschaftlich bewiesene Spezialcremen auf. Falls das nichts nützen sollte, kann die Kundin immer noch zur Hautärztin gehen. Das kostet dann 300 Euro für eine Botoxbehandlung und noch einmal 600 für eine Hyaluronunterspritzung.

Und schon sieht sie für sechs Monate so alt aus, wie sie sich fühlt, sprich: um zehn Jahre jünger, als es im Reisepass steht. Okay, danach ist es umgekehrt, und sie fühlt sich so alt, wie sie aussieht. Aber dann könnte sie ja noch einmal 900 Euro ausgeben. Alles in allem kostet einmal Haareschneiden heute also über 3000 Euro. Es sei denn, die Kundin macht derweil die Augen zu.

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